Krefeld: Chari Krauses Killer-Liebe
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 07.01.2009Krefeld (RPO). Ein knallharter Killer, verliebt und todkrank: Er ist die Hauptperson im Film „Last Train Home“.
Filmemacher brauchen Träume: „2011 muss keiner auf den Oscar hoffen. Da räumen wir ab“, sagt Chariklia Krause. Die in Krefeld lebende Regisseurin arbeitet an ihrem nächsten Film: „Last Train Home“. Eine ziemlich abgedrehte Gangstergeschichte sei das, gekoppelt mit Titanic.
Bereits zwei Filme hat Chari Krause gedreht: den Kinothriller „Spielgefährten“ und den Anti-Nazi-Film „Böse Menschen kennen keine Lieder“. Erneut konnte Krause bekannte Schauspieler begeistern. Helmut Zierl, bekannt aus vielen Tatort-Folgen, wird den Gangsterboss spielen. Patrick Bach und Maya Bothe werden dabeisein. In die Rolle des Hauptdarstellers soll Tim Fabian Hoffmann schlüpfen.
Finanzierung
Die Dreharbeiten werden laut Chari Krause durch Privatinvestoren kostenmäßig abgedeckt.
Die Schauspieler verzichten auf ihre Gage. „Helmut Zierl hat gesagt, wenn der Film erfolgreich wird, gebe es ja immer noch was.“
Die Filmemacherin finanziert ihr Leben mit Imagefilmen. So drehte sie voriges Jahr einen Film über die Straßenmodenschau.
30 Minuten Sarkasmus und Action will Chari Krause bieten. Doch dann kippt die Geschichte und die nächste Stunde geht es um Liebe und Tod. Das Drehbuch hat Krause selbst entworfen, es dann aber zum Feilen an die Drehbuchautorin Daniela Pellen weitergegeben, die bereits die Drehbücher für die beiden anderen Filme schrieb.
„Es gibt kein happy-end. Aber der Hautpdarsteller, der Gangster, wird auch nicht erschossen“, verrät Krause. Der Gangster verliebt sich, entdeckt, dass er ein Mensch ist, der einfach nur lieben will. Doch dann erkrankt er an einem Tumor. „Plötzlich hat der Mann, der nonstop gemordet hat, Angst vor dem Tod.“ Zusammen mit seiner Freundin sucht er den perfekten Suizid.
32 Drehtage plant die 28-Jährige für die Aufnahmen im September ein. Die meiste Zeit wird sie in Krefeld mit der Kamera unterwegs sein. „Wenn man mit offenen Augen durch die Stadt läuft, entdeckt man hier wunderbare Drehorte“, schwärmt sie. Und noch etwas freut sie: „Wir haben eine Super-Unterstützung durch die Stadt.“ Dreharbeiten in Köln seien schwierig. Da würden die Filmemacher schon mal beschimpft. „Aber in Krefeld stehen die Leute da und staunen.“
Ach, das mit dem Oscar hat sie nicht ganz ernst gemeint. „Man muss ja ein bisschen provozieren“, sagt Chari Krause. Dennoch hat sie hohe Ziele. Sie will den Film beim Sundance-Festival 2011 in Amerika das erste Mal zeigen. Es ist das weltweit größte Festival für unabhängige Produktionen, das Filmemachern wie Quentin Tarantino oder Marc Forster zum Durchbruch verhalf. Und dieser Plan Krauses ist keine Provokation.
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