Krefeld: Creinvelt – Spitzen gegen Politik
VON HANS- DIETER PESCHKEN - zuletzt aktualisiert: 14.02.2011Krefeld (RPO). Die Premierensitzung der Creinvelt-Gesellschaft überzeugte die Gäste im Krefelder Hof. In der Bütt standen lokale Größen ihren Mann. Klaus Steinbach reizte die Lachmuskeln mit medizinischen Wortspielen. Das diesjährige Motto: "Creinvelt – schön doll hier".
Wie immer werden bei "Creinvelt" die Rituale in der Premiere der aktuellen Sitzungs-Session in präziser Manier gepflegt: Die Bockumer Bläser geleiten Aktive und Rat in den Saal des Krefelder Hofes, Prinzenpaar, Garde und Minister stellen sich vor. Orden werden ausgetauscht und man ruft "Heil und Humpen".
Präsident Georg "Schorsch" Rupp begrüßt die Gäste hinter einem gelben Ratstisch in Briefkastenoptik. Darüber hängt das Motto: "Creinvelt – schön doll hier", womit man den Krefelder Werbespruch persifliert. Man liebt Krefeld, ist aber kritischer geworden. Jochen Lenzen als "unverbesserlicher Optimist" steigt dazu in die Bütt und zeigt Krefelds Schönheiten auf. Dazu gehört das Seidenweberhaus, wenn man es im Rücken hat, das alte Stadtbad, bei dem Taubenkot-Lisenen die Stuckornamente ergänzen, und das "mattsilberne Gitterwerk" um die Ostwall-Unterführungen. Positives Zeichen, denn "abwärts geht's ja nicht mehr." Fazit: "Krefeld ist nicht hässlich, nur noch nicht schön."
Weitere Aktive
Gesang Thomas Kempen und Johannes Kolder singen ein Lieder-Potpourri von Heinz Sorgalla, Charlie Nießen singt "Lachen ist gesund". Horst Krischer singt, von ihm getextet und komponiert, von der "Herrentour."
Büttenreden Hans Lohberg erzählt von der "Dönnmaakskur"; Claus und Rainer Neuwirth kommen als "Reisebüro op Jöck",
Motto Das Motto stammt von Johannes Kockers. Peter Fritz, seine Musiker und der Schlagzeuger machen die Musik.
An den "lieben Gregor" schreibt "Bauherr" Stephan Schwalbach, dankt für die Gebührenbescheide und singt: "Weine nicht, wenn das Bauamt schreibt." Wie Gesang und pointiert-politische Aussagen zu einem glänzenden Vortrag werden, führt Wilhelm Havermann vor. Der Bass, auch Vorsitzender der Brauchtumspfleger, kommt als Blondine und bewirbt sich beim Theater. Zu Opernmelodien singt er, begleitet von Joseph Schwalbach, von den "Nullen im Rat." Auch wenn er sich über die "Theater-GmbH" lustig macht, "wir brauchen das Theater in unserer Stadt." Großartig bei Stimme sind auch die "Donk Kosaken." Die acht A-Capella-Sänger, die "Hofsänger" um Markus Lemmen, singen im Russenkittel krieewelsch nach russischem Liedgut. Markus Prehn kommt bei Glockengeläut als Dionysius im Bischofsornat, die Diospitze schwebt über ihm, zählt gereimt die Macken und guten Seiten der Stadt auf und nennt die Creinvelt-Gäste eine Engelschar. Die meisten Lacher des Abends provoziert aber Klaus Steinbach im weißen Ärzte-Kittel als Hans Willi "Helios" vom Krefelder "Unikum". Seine Wortspiele aus der Mediziner-Kiste über Orthopäden, Schönheitschirurgen und die Narkoseärztin, die gerade erst ihren Doktor gemacht hat, werden bejubelt und beklatscht.
Um den "Bockudilly-Circus", den Bockumer Bypass, geht es der Neuwirth-Gruppe in ihrem munteren Sketch, bevor Johannes Kockers wiederkommt. Als Hoppeditz "erwachte" er als erster auf der Bühne und besingt mit dem Publikum den toten Märling, bevor zum Finale alle Aktiven auf der Bühne "Kiek, dat es Krieewel" singen. Auch das ist wie immer – der Abschluss eines langen und gelungenen Abends.
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