Krefeld: Das Beben der Pinguine
VON JOSEF HERMANNS UND OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009Krefeld (RPO). Nach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz entbanden die Pinguine gestern Nacht Manager Jiri Ehrenberger von allen Aufgaben. Gleichzeitig erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Schulz seinen Rücktritt.
Die Macher der Pinguine fackelten gestern Nacht nach dem Absturz auf den letzten Rang in der DEL-Tabelle nicht lange. Unmittelbar nach der Partie gegen die Iserlohn Roosters, die die Pinguine auf eigenem Eis mit 2:4 verloren hatten, zogen sich der Vorsitzende des Aufsichtsrates der KEV Pinguine GmbH, Wolfgang Schulz, und Gesellschafter Helmut Borgmann gemeinsam mit Jiri Ehrenberger ins Büro des Managers zurück.
Dort beschloss das Trio das, was ein Großteil der Fans bereits seit Wochen forderte: Manager Jiri Ehrenberger ist mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Trainer Martin Jiranek, der zu diesem Zeitpunkt bereits die Halle verlassen hatte, bleibt hingegen im Amt.
Seit 2005 in Krefeld
Jiri Ehrenberger begann bei den Pinguinen 2005 als Co-Trainer von Teal Fowler. Nach dessen Weggang nach Mannheim in 2006 wurde er Chefcoach bis 2008. Danach wechselte er in die Funktion des Managers.
Unmittelbar nach dem Gespräch trat auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Nach Informationen der RP kam auch dieser Schritt nicht wirklich überraschend. Schulz soll diese Entscheidung im privaten Kreis bereits angedeutet haben. Damit ist Helmut Borgmann nun erst einmal alleiniger Vorsitzender des Aufsichtsrates der KEV Pinguine GmbH.
"Ich bedaure das sehr", sagte Schulz in einer sofortigen Erklärung. "Jiri Ehrenberger hat in den letzten Jahren bei uns gute Arbeit geleistet. Aber das Verhalten von Presse und Fans ließ uns leider keine andere Wahl." Jiri Ehrenberger selbst wollte sich gestern Nacht gegenüber der RP nicht zu seiner Demission äußern.
Die Trennung vom Manager kommt nicht wirklich überraschend. Bereits seit Wochen war das Klima zwischen Ehrenberger und dem Team vergiftet. Ein Großteil der Spieler habe nur noch das Nötigste mit dem Manager besprochen. Auslöser war unter anderem der Skandal um die entlassenen Mannschaftsärzte.
Hinzu kamen unglückliche und vor allem sich lange hinzögernde Personalentscheidungen Ehrenbergers hinsichtlich der Verpflichtung eines Ersatzes für Verteidiger Dusan Milo. Zunächst holte er mit David Cespiva einen Akteur der Kategorie Ergänzungsspieler, erst danach mit Janne Grönvall einen gleichwertigen Ersatz.
Und auch das Tischtuch zu den Fans war zerschnitten: In den jüngsten vier Heimspielen gab es stets ein gellendes Pfeifkonzert, wenn Ehrenbergers Name bei der Aufstellung genannt wurde.
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