Krefeld: „Das löst Krefelds Problem“
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 24.10.2007Krefeld (RPO). Für große Diskussionen sorgen die Pläne des Einkaufszentrums, die die RP gestern exklusiv vorstellte. Die Reaktionen auf das Vorhaben waren überwiegend positiv. OB Kathstede sichert volle Unterstützung der Stadt zu.
Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU) hofft, dass die Pläne für das Einkaufszentrum schnell umgesetzt werden können. „Das ist die richtige Investition am richtigen Standort“, kommentierte er die Pläne für ein Einkaufszentrum am Ostwall, das der Immobilienexperte Tenkhoff Properties errichten will. Begeistert zeigte sich Günter Wolff, planungspolitischer Sprecher der CDU. Tenkhoff habe die volle Unterstützung seiner Fraktion für die große Lösung. Diese sieht ein Einkaufszentrum vor, das sich von der Werkkunstschule bis zur Rheinstraße erstreckt. Ursprünglich war nur eine Passage am Ostwall mit rund 5000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche im Gespräch.
Verhaltener reagierten SPD und Grüne. Sie forderten, dass die Pläne auf den Tisch gelegt werden müssten. „Solch ein Zentrum wird das Gesicht der Stadt verändern. Ob es eine Verbesserung ist, können wir erst sagen, wenn wir die Pläne gesehen haben“, erklärte SPD-Fraktionschef Ulrich Hahnen.
Günter Wolff sagte, er habe 15 Jahre davon geträumt, dass Krefeld dem Karree vom Ostwall bis zur Hochstraße einen Kö-Charakter verleihe. „Wenn das Einkaufszentrum kommt, ist das Krefelder Problem gelöst“, sagte Wolff. Kathstede lobte, dass das Zentrum direkt an UdU liegt, wo täglich bis zu 40 000 Menschen ein- und umsteigen. Das Einkaufszentrum sei optimal angebunden.
Auch FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann befürwortete das Vorhaben. „Wenn das Viertel aufgeräumt wird, kann man das nur positiv bewerten.“ Im Gegensatz zu den Plänen, aus dem Stadtbad ein Einkaufszentrum zu machen, sei jetzt das Center in der 1a-Lage der Stadt platziert.
DGB-Kreisvorsitzender Ralf Köpke erinnerte sich daran, wie er als Kind mit seinen Eltern nach Krefeld zum Einkaufen fuhr. Das sei damals ein richtiges Erlebnis gewesen. Wenn jetzt das Einkaufscenter gebaut werde, könne die Stadt wieder an diese Zeiten anknüpfen. „Wir haben die Chance, dadurch neue Arbeitsplätze zu schaffen.“
Günter Wolff ist sicher, dass die Einkaufsfläche von 20 000 Quadratmetern Auswärtige nach Krefeld lockt. „In solche Center gehen Filialisten, die Kaufkraft in die Stadt locken.“ Davon würden dann auch die Einzelhändler profitieren. Auch Heitmann erwartet, dass die Händler Nutzen aus dem Zentrum ziehen, wenn sie sich geschickt aufstellen. Grünen-Fraktionschefin Stefani Mälzer dagegen findet die Fläche zu groß. „Wenn das kommt, haben wir Leerstände an der Hochstraße.“ Joel Smolibowski, Geschäftsführer der Einzelhandelsverbands, äußerte sich zurückhaltend. Er wolle abwarten, wie die Pläne konkret aussähen.
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