Krefeld: Daten-Dilemma zu Karneval
VON STEFANIE SANDMEIER - zuletzt aktualisiert: 13.02.2009 - 13:43Krefeld (RPO). Bürger und Mitarbeiter der Stadt können an den kommenden drei Wochenenden nicht auf die Seite www.krefeld.de zugreifen. Das betrifft den Online-Service, die Polizei kann aber auch keine Personendaten abfragen.
Krefeld ist an den kommenden drei Wochenenden von der Außenwelt abgeklemmt. Und zwar buchstäblich. Denn durch den Umzug des Kommunalen Rechenzentrums Niederrhein (KRZN) von Moers nach Kamp-Lintfort, das auch die Datenverarbeitung der Stadt übernimmt, sind Behörden und vor allem aber der Internetauftritt Krefelds direkt betroffen. Heißt konkret, die städtische Webseite mit all ihren Diensten ist jeweils von freitags ab 18 Uhr bis montags um sechs Uhr nicht verfügbar.
Keine Personenabfrage möglich
Das beinhaltet den Auftritt unter www.krefeld.de, aber auch Verfahren, die über diese Seite angeboten werden. Dazu gehört die Auskunft der Mediothek ebenso wie die Angebote der Volkshochschule oder die Informationen über mögliche Großschäden und das Reservieren von Kennzeichen. Noch wichtiger ist aber: Niemand kommt an die Daten des Einwohnermeldeamtes. Unklar ist, wie Menschen mit dringenden Passangelegenheiten geholfen wird. Wer Personendaten braucht, hat keine Chance.
Das macht es auch für die Polizei schwieriger, wenn die Menschen überprüfen muss. Zumal Karneval vor der Tür steht, und die Beamten an den jecken Tagen ohnehin genug zu tun haben. Wer seinen Ausweis bei sich trägt, kann schnell identifiziert werden. Bei Menschen ohne Ausweis gestaltet sich das allerdings schwieriger. Denn eine Suche nach dem Namen in der städtischen Datenbank ist in diesem Fall nicht möglich. Sorgen bereitet das der Polizei dennoch nicht. Schließlich sei mit der Hilfe dieses Mediums allenfalls ein Name und Wohnort feststellbar. Die Identität einer Person und die Übereinstimmung mit einem Namen müssten dagegen über andere Wege recherchiert werden. In solchen Fällen werden Personen nach Hause begleitet und weiter überprüft.
Ausnahmen sind die Fahndung nach Straftätern oder die Abfrage von Kennzeichen. Die sind zwar auch Sache der Polizei, aber solche Recherchen werden in bundesweiten und teils sogar internationalen Datenbanken abgefragt. Kennzeichen und Fahrzeughalter können auch über das Kraftfahrbundesamt abgefragt werden. Registrierte Straftäter werden „in der Regel vom Bundeskriminalamt verwaltet“, so ein Sprecher der Polizei Krefeld.
Mehr als 40 Kommunen betroffen
Doch was passiert, wenn am Montag nach einem Umzugswochenende das System streikt? Mitarbeiter der Verwaltung äußerten Bedenken, dass sie womöglich dann nicht an ihre Daten kämen. Ein Sprecher des KRZN versicherte aber, dass der Umzug exakt geplant und dabei mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ nichts passieren könne. „Wir sind für alle Eventualitäten gerüstet, haben alle Szenarien durchdacht“, heißt es.
Betroffen ist aber nicht allein Krefeld. Mehr als 40 Kommunen hängen am KRZN-Server. Sie alle werden keinen Zugriff auf ihr Internetportal haben. Und sie hoffen, dass der Umzug reibungslos verläuft.
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