Krefeld: Der unerkannte Polizist
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2008Krefeld (RPO). Seitdem Krefelds Polizei Blau trägt, gibt es ein Problem: Die Beamten werden seltener erkannt. Die Polizisten hoffen auf den Faktor Gewöhnung. Experten mahnen einen einheitlichen Kleidungsstil an: Die Mütze gehört zur Uniform.
„Schick sehen Sie aus“. Die Krefelder Polizeibeamtin Katrin Hinrichs hat den Satz in den vergangenen Wochen dutzende Male gehört. Den Krefelder Bürgern gefällt ihre blaue Uniform. Doch nicht alle Krefelder erkennen derzeit ihre Polizisten – noch werden die Beamten in ihrer neuen Dienstkleidung häufig übersehen. Grund: Das neue Polizei-Blau ist eine Modefarbe. Der Krefelder Modeexperte Hans Mrosek stellt fest: „Kein Wunder, dass die Polizisten selten erkannt werden. Dieses Blau tragen viele Berufsgruppen: Hostessen, Ordnungsdienste, Monteure.“
Nicht alle mögen Mütze
Krefelds Polizeisprecher Rainer Behrens kennt die Probleme mit der Erkennbarkeit seiner Kollegen: „Man kennt den Schutzmann nur in Grün. Natürlich tut sich der Bürger noch schwer. In zwei Jahren wird er sich aber daran gewöhnt haben.“ Damit das gelingt, gehöre auch die weiße Polizeimütze auf den Kopf jedes Polizisten.
Behrens: „Die Mütze ist ein Muss.“ Doch längst nicht jeder Polizist steht auf Hut. „Besonders mit der Polizeimütze tun sich die Kollegen schwer“, weiß Rainer Wendt aus Duisburg, Vorsitzender der NRW-Polizeigewerkschaft. Die Kopfbedeckung sei das ungeliebteste Kleidungsstück des Polizisten. Auch Wendt ist allerdings vom neuen Polizeidress begeistert: „Die grüne Uniform, die wir in Duisburg noch tragen müssen, ist die hässlichste der Welt.“
Feinheit macht den Unterschied
Professorin Marie Louise Klotz vom Fachbereichs Textil und Design an der Hochschule Mönchengladbach hat an der neuen Polizeiuniform mitgearbeitet. Sie glaubt ebenfalls an den Faktor Gewöhnung, räumt aber ein: „Aus der Distanz ist die neue Kleidung sicherlich noch schwer erkennbar. Es kommt deshalb auf das Accessoire an.“
Tatsächlich sind es die Feinheiten, die eine Polizeiuniform von einer normalen Uniform unterscheiden. Es gibt Reflektoren an den Hose und an den Jacken. Dazu ist vorne der kleine Schriftzug „Polizei“ aufgenäht, hinten groß.
Noch sind Krefelds Polizisten mit Beamten aus Mettmann und Bielefeld Versuchskaninchen. Am Trageversuch nehmen NRW-weit 1369 Beamte teil. In Krefeld sind es 380 (300 Männer und 80 Frauen). Die Wachdienstuniform testen 288 und die Bürouniform 92 Mitarbeiter. „Alle sind zufrieden mit der Kleidung, Kleinigkeiten werden sicherlich noch verbessert“, sagt Katrin Hinrichs, die die Seitentasche ihrer Hose gerne außen statt innen hätte.
Damit könne man sich besser bewegen. Normalerweise ist ihr Einsatzgebiet der Straßenverkehr. Dort hat ihre neue Kleidung derzeit auch Vorteile: Wenn sie auf Krefelds Straße unterwegs ist, erkennen Verkehrssünder sie kaum.
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