kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Krefeld: Der Zufluchtsort im Bahnhof

VON NATASCHA VERBÜCHELN - zuletzt aktualisiert: 18.04.2011

Krefeld (RPO). Mit dem Bau des Krefelder Bahnhofs vor 100 Jahren wurde auch die Bahnhofsmission errichtet. Mittlerweile verzeichnet die Diakonie monatlich 800 Besucherkontakte. Beim "Tag der Bahnhofsmission" feierte das Haus sich.

Beim Tag der Bahnhofsmission in Krefeld besuchten viele Bürger die Einrichtung auf dem Gleis eins im Krefelder Hauptbahnhof. Die Mitarbeiter der Bahnhofsmission (blaue Kleidung) arbeiten auch mit der Deutschen Bahn zusammen.   Foto: RPO
Beim Tag der Bahnhofsmission in Krefeld besuchten viele Bürger die Einrichtung auf dem Gleis eins im Krefelder Hauptbahnhof. Die Mitarbeiter der Bahnhofsmission (blaue Kleidung) arbeiten auch mit der Deutschen Bahn zusammen. Foto: RPO

Am Samstag haben die 20 Mitarbeiter der Bahnhofsmission ihre Erfolgsgeschichte gefeiert. Beim bundesweiten "Tag der Bahnhofsmission" sind in Krefeld mehr als hundert Reisende, Neugierige und Stammgäste am Gleis 1 bei einem Gottesdienst und Mittagessen zusammen gekommen. Bahnhofsmission-Leiterin Ute Clevers hat sich über das gemischte Publikum gefreut: "Es ist immer ein besonderer Moment, wenn man sich zuhört und dabei voneinander lernt."

Mit dem Bau des Krefelder Bahnhofs entstand vor fast 100 Jahren auch die Bahnhofsmission. Zunächst kümmerte man sich dort vor allem um junge Frauen, die vom Land in die Städte zum Arbeiten kamen. Später waren es zurückkehrende Soldaten, Gastarbeiter, Flüchtlinge, Asylsuchende und arbeitslose Jugendliche.

Info

Die Bahnhofsmission

Träger Diakonie Krefeld&Viersen in Kooperation mit den Gemeinden der Alten Kirche, Friedens- und Lutherkirche

Mitarbeiter insgesamt 20, davon 16 ehrenamtliche Helfer

Öffnungszeiten montags bis freitags 8-12 Uhr, sowie montags, mittwochs und donnerstags von 15 bis 18 Uhr, dienstags 18 bis 21 Uhr

Kontakt Tel. 314050 oder Mail an krefeld@bahnhofsmission.de

Der Bahnhof ist ein Lebensraum, der ständig in Bewegung ist. Da setzt die Arbeit der Bahnhofsmission an. Noch bis 2004 war es eher eine Suppenküche, heute sind die Bahnhofsmissionen Anlaufstellen für alle, und eng mit den psycho-sozialen Einrichtungen der Stadt verbunden. Fast 800 Besucherkontakte gibt es in Krefeld pro Monat, etwa 70 Prozent davon sind sogenannte Stammgäste. Der Rest sind hilfesuchende Reisende.

"Die Menge an Kontakten zeigt, wie Menschlichkeit am Bahnhof nötig ist. Es ist ein Segen, wenn in der Hektik ganz punktuell Ruhe eintritt", sagt Hannelore Heume, Pressesprecherin der Diakonie Krefeld-Viersen. Wie die Ruhe aussieht, liegt im Auge des Betrachters, sagt Clevers: "Für den einen sind es fünf Minuten Zeit haben, für andere das Nähzeug, für wieder andere ein warmer Kaffee oder eine Toilette."

100 Missionen in Deutschland

Die Bahnhofsmission ist eine der ältesten ökumenischen Kooperationen in der sozialen Kirchenarbeit. Alle 100 Missionen in Deutschland werden von evangelischen oder katholischen Einrichtungen getragen.

Die Arbeit am Brennpunkt Bahnhof fußt auf Mut machende Evangelien und christlicher Nächstenliebe: "Das neue Testament berichtet, wie Jesus auf die Menschen zugeht, ihnen zuhört und nach Wegen sucht, gemeinsamen Wegen. Das sind die Geschichten, die berühren. Die Nächstenliebe ist mir im Umgang mit den Menschen wichtig", erklärt Clevers ihre Motivation. Dennoch ist der Glaube keine Verpflichtung: "Bei uns spricht das Herz. Es sind alle Menschen gleich. Erst einmal ist man Mensch, dann Christ."

Der Umgang mit den Menschen erfordert Fingerspitzengefühl. Viele sind so traumatisiert oder verletzt, dass ein normales Leben für sie nicht mehr infrage kommt. "Wir haben hier unten einen Bettler sitzen, dem kann ich keine Wohnung oder einen Job beschaffen. Das wäre nicht sein Leben. Aber ich kann mich jeden Tag zu ihm setzen und fünf Minuten mit ihm reden. So fühlt er sich weiterhin als Mensch und nicht als jemand, der stört." Beim Helfen müssten immer die Grenzen der Menschen bewahrt bleiben. "Ich kann jedem ein Angebot machen; ob es passend ist, entscheidet der Mensch aber selbst."

In den nächsten drei Jahren will Clevers die Arbeit ausweiten: So sollen zwischen Krefeld und Venlo Mitarbeiter der Bahnhofsmission Menschen in den Zügen begleiten, die die Bahnfahrt alleine nicht bewältigen können. Dafür werden Ehrenamtler gebraucht. Wichtig für Freiwillige ist, dass sie zuhören können, ohne zu urteilen. Die Arbeit sei nicht immer einfach, aber den Dank und die Freude der Menschen bekomme man direkt zu spüren.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Fast 500 Kilometer geschwommen

Leichlingen

Fast 500 Kilometer geschwommen

132 kleine und große Sportler zeigten Leistung beim 24-Stunden-Schwimmen des Leichlinger Schwimmvereins. Es kamen 491 Kilometer im Wasser zu ... mehr 

Das Miteinander klappt nicht

Wermelskirchen

Das Miteinander klappt nicht

Die "Balkantrasse" in der Innenstadt: Fehlende Rücksichtnahme führt zu gefährlichen Situationen. Vor allem das Radeln gegen die Einbahnstraß ... mehr 

Video

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Unges Pengste: Die Königsparade am Sonntag

Bei bestem Wetter zogen die Schützen bei "Unges Pengste" durch Korschenbroich. Rund 40.000 Besucherbesuchten die Paraden am ... mehr 

AUS DER NACHBARSCHAFT
Meistgelesen

Borussia Mönchengladbach

Ter Stegens Alptraum

Zuerst kassierte Borussias Torhüter fünf Treffer gegen den Schweiz – dann flog er aus dem deutschen EM-Kader. Für den 20-Jährigen ist es der erste große Rückschlag seiner Karriere. VON André Schahidi und Thomas Grulke  mehr

 
 

Mitgliederversammlung bei Hertha BSC

Berliner Fans entscheiden über Einspruch

 

Tausende Rechner von "Flame" befallen

Experten finden gefährlichen Computer-Virus

 
Meistkommentiert

Mönchengladbach

15-Jähriger prügelt Frauen krankenhausreif

Diese Nachricht sorgte über Pfingsten für heftige Diskussionen in der Stadt und auch auf RP-Online: Ein 15-Jähriger, der am Samstag zwei Frauen im Gladbacher Hauptbahnhof ohne Grund und Vorwarnung krankenhausreif geprügelt hatte, wurde am Sonntag ... VON ralf jüngermann  mehr

 

Deutsche acht Jahre als Sklavin gehalten

"Sie haben sie wie ein Pferd eingespannt"

 
mehr nachrichten aus krefeld

Krefeld

Essensausgabe: Bedarf steigt

Die Zahl der Krefelder, die sich bei der Aktion "Das tägliche Brot" in der Stadtkirche St. Dionysius kostenlos Lebensmittel abholen, ist in fünf Jahren stark gestiegen. Immer öfter müssen auch Berufstätige kommen. VON Natascha Verbücheln  mehr

 

Krefeld

Nächstes Auto brennt - diesmal in der City

Schon wieder ist in Krefeld ein Auto ausgebrannt – diesmal auf der Neuen Linner Straße. Der Wagen brannte in der Nacht zum Sonntag gegen 1.45 Uhr im vorderen Bereich komplett und ist nicht mehr fahrtüchtig. mehr

 
 
 
 
 
Anzeige:
Restaurant-Tipps für Krefeld


BILDER AUS KREFELD
Mittelalterliches Flair auf dem Flachsmarkt 2012
Mittelalterliches Flair auf dem Flachsmarkt 2012
Am Pfingstwochenende verwandelte sich Linn .. mehr 
 
Mittelalterliches Flair auf dem Flachsmarkt 2012
Mittelalterliches Flair auf dem Flachsmarkt 2012
Am Pfingstwochenende verwandelte sich Linn ..
mehr 
Krefelds schönste Biergärten und Außengastronomien - eine Auswahl
Krefelds schönste Biergärten und Außengastronomien - eine Auswahl
Wie zeigen Ihnen eine Auswahl der schönsten Biergärten in Krefeld.
mehr 
Diese Balletttänzer stehen beim Theater-Oscar 2012 zur Wahl
Diese Balletttänzer stehen beim Theater-Oscar 2012 zur Wahl
Diese Balletttänzer stehen beim Theater-Oscar 2012 zur Wahl
mehr 
Diese Schauspieler stehen beim Theater-Oscar 2012 zur Wahl
Diese Schauspieler stehen beim Theater-Oscar 2012 zur Wahl
Diese Schauspieler stehen beim Theater-Oscar 2012 zur Wahl
mehr 
 
Familienanzeigen
Regio Extras