Krefeld: Die Cappuccino-Lüge
VON VERA WEIDENBACH UND MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 22.10.2010Krefeld (RPO). Kaffee oder Cappuccino zum Mitnehmen ist auch in Krefeld in aller Munde. Zahlreiche Anbieter verkaufen den so genannten Coffee to go im Pappbecher. Doch oft ist weniger im Becher als draufsteht.
Die Verkäuferin in der Bäckerei Sommer am Hansa-Centrum ist freundlich. "Einen Cappuccino zum Mitnehmen? Gerne!" Auf die Frage, wie viel in den Becher kommt, antwortet sie: "0,2 Liter." Die Kaffeemaschine rödelt, der Milchaufschäumer zischt. "1,35 Euro bitte!" Der Becher fühlt sich seltsam leicht an. Kein Wunder: Beim Nachmessen kommt heraus: Es sind nur 150 Milliliter statt der versprochenen 200 im Becher.
Kein Einzelfall. Bei einer stichprobenartigen Untersuchung bei sechs Krefelder Bäckereien und Cafés füllten vier zu wenig in den Becher. Neben Sommer waren das auch Kamps, Tchibo und Backwerk. Bei McDonald's war genau so viel Cappuccino im Becher wie draufstand: 200 Milliliter. Und im Café Breuer's gab's sogar zehn Milliliter obendrauf.
In Deutschland gibt es keine gesetzlichen Vorschriften zum Verhältnis von Kaffee und aufgeschäumter Milch. Die Verbraucherzentrale rät, direkt zu reklamieren, wenn eindeutig zu wenig im Becher ist. Das lasse sich beispielsweise an der Milliliter-Kennung ablesen.
Trend des Jahrtausends
Rund 1600 Coffeeshops von Starbucks, McCafé & Co. haben in den vergangenen zehn Jahren die Innenstädte und Einkaufszentren Deutschlands erobert.
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