Krefeld: Die EM im Biergarten
VON FLORIAN OTT - zuletzt aktualisiert: 24.05.2008Krefeld (RPO). Bei der EM gibt es in Krefeld kein Public Viewing auf dem Rathausplatz. Doch viele Gaststätten planen zusätzliche Angebote. Die Wirte freuen sich, weil die Stadt keine zusätzlichen Gebühren für die TV-Übertragung verlangt.
Wenn Deutschlands Nationalteam in fünfzehn Tagen die Schuhe für das erste Länderspiel gegen die Polen bindet, müssen viele Krefelder vor ihren heimischen Bildschirmen sitzen bleiben. Public Viewing fällt aus. Anders als zur Weltmeisterschaft 2006 könnte die Euphorie rund ums Leder dieses Jahr deutlich geringer ausfallen. Tummelten sich damals noch tausende Anhänger zum Public Viewing auf dem Rathausplatz, sieht es diesen Sommer ziemlich mau aus.
„Von Seiten der Stadt ist keine Übertragung geplant. Auch kommerzielle Anbieter haben noch nicht angefragt“, sagt Dirk Senger vom Presseamt. „Wir gehen davon aus, dass lediglich einige Gaststätten die Spiele zeigen.“
Rampe hört Radio
Alternativprogramm Wer die Europameisterschaft 2008 in ungewöhnlicher Form verfolgen will, der ist auf der Krefelder Kulturrampe auf dem Großmarkt genau richtig. Das Spiel Deutschland gegen Polen am 8. Juni können die Besucher der Konzerthalle gemeinsam im Radio verfolgen. Spielbeginn ist um 20.45 Uhr. Eintritt ist frei.
Grund dafür ist auch die restriktive Politik des europäischen Fußballverbandes UEFA. Anbietern mit einer Leinwand von mehr als drei Metern Größe berechnet die UEFA sechs Euro pro Quadratmeter Bildfläche, sollten sie Eintritt verlangen, zuzüglich GEZ und GEMA-Gebühren. Das summiert sich schnell auf tausende Euro.
Nichts zahlen für den Fernseher
Freuen können sich allerdings die Gastwirte. Denn die Stadt verlangt von ihnen keine zusätzliche Gebühr, wenn sie einen Fernseher in den Biergarten stellen. Dies stellte die Stadt auf RP-Anfrage klar.
Um solch eine Gebühr hatte es bei der WM 2006 heftigen Streit gegeben. Damals wollte die Stadt eine Gebühr verlangen, wenn Gastwirte in ihren Biergarten einen Fernseher stellten, damit die Gäste bei einem kühlen Bierchen die Siege der deutschen Elf verfolgen konnten. Erst nach heftigen Protesten des Hotel- und Gaststättenverbandes lenkte die Stadt ein und erhob keine Gebühren.
Auch zu dieser EM planen wieder viele Wirte, die Spiele in Biergarten oder Kneipe zu zeigen. Ein Erlebnis wird sicherlich der Besuch im Nordbahnhof: „Wir bieten nicht nur Fußball im Großformat, sondern lassen den gesamten Innenraum vom Krefelder Künstler Klaus-Peter Noever in eine Alpenhochburg mit Stadionatmosphäre verwandeln“, sagt Betreiber Viktor Furth. Auch die Konkurrenz hat geplant: Das Café Extrablatt bietet während der Spiele der deutschen Elf neben zwei großen Leinwänden auch eine Auswahl an exquisiten EM-Cocktails, so Betriebsleiter Urban Kahrman.
Bei Gleumes und im Diebels Fasskeller wird es spezielle Speiseangebote geben, die zum Fußball passen. Auch das Quincy und die Kulturfabrik nehmen die Spiele mit ins Programm. Letztere zelebriert die Eröffnungspartie im Anschluss an die Übertragung mit einer großen EM-Feier.
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