Krefeld: Die ersten Frei-Schwimmer
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.05.2008Krefeld (RPO). Gestern begann die Freibadsaison im Bockumer Bad. Ingrid Bachor und ihre Freundin Renate Messing waren die ersten Schwimmerinnen der Saison. Nur einen Wunsch der beiden Damen konnte der Bademeister nicht erfüllen.
„Aaaaaaaaah.“ Ein euphorisches Rufen. Danach ein weiter Sprung. Endlich ein lautes Platschen. Ingrid Bachor ist im Schwimmerbecken des Bockumer Freibads angekommen. „Ein göttliches Gefühl, als wäre das mein eigener großer Swimming Pool“, ruft sie. Monatelang hatte sich die Krefelderin nach diesem Moment gesehnt. Gestern morgen war sie extra schon um 9.50 Uhr am Bad angekommen, um der erste Schwimmer der Saison zu sein. „Ich liebe es, wenn das Becken noch ganz leer ist und ich in das erste Wasser springe. Ich versuche jeden Morgen, die Erste im Becken zu sein.“
Ingrid Bachor (57) hatte ihre Freundin Renate Messing (52) überzeugt, mitzukommen. Die war angesichts der frühen Jahreszeit zunächst skeptisch, ließ sich überzeugen und war gestern dann überglücklich, den Gang von Meerbusch nach Krefeld angetreten zu sein: „Ein Traum hier. Dieses Frühjahr ist genial, das Bad noch so leer und das Wasser so frisch.“
Öffnungszeiten
Zeiten Die Anlage ist in der Woche von 10 bis 20 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Bei kalter Witterung öffnet auch das Hallenbad. Die Zeiten für die Frühschwimmer bleiben montags bis freitags von 6.30 bis 8 Uhr.
Preise Die Einzelkarte kostet 2,50 Euro, die Familienkarte 5 Euro.
Während die zwei Damen ihre Bahnen zogen, kümmerte sich Bademeister Michael Rajkovic (44) um die Technik. Zuerst blies er ins Mikrophon, um die Lautsprecher zu testen. Sie funktionierten! Dann fühlte er mit dem Finger im Wasser: „22,5 Grad. Das ist schon eine gute Temperatur. Die soll heute noch auf 24 Grad steigen. Das erledigt die Sonne.“ Schon am vergangenen Sonntag hatten viele Familien im Schwimmbad nachgefragt, wann das Freibad öffne. Am Montag entschied die Stadt, das Freibad schon eine Woche eher zu öffnen. Diese frohe Botschaft nutzten gestern prompt die ersten Schwimmer. Michael Rajkovic kennt seine Pappenheimer. „Von 10 bis 11 Uhr kommen fast nur Stammkunden. Acht bis zehn wackere Schwimmer, die jeden Tag ihre Bahnen ziehen.“ Erst danach kämen die eigentlichen Badegäste. Natürlich sei der erste Tag etwas Besonderes, auch für ihn als Schwimmmeister: „Ich freue mich jedes Jahr wieder auf den ersten Tag“, sagt Rajkovic. Er trägt ein weißes T-Shirt.
Viel lieber aber hätten Ingrid Bachor und Renate Messing ihn mit einem Blumenkranz um den Hals gesehen: „Ein bunter Kranz um den Hals und ein Cocktail für die ersten Schwimmer wären natürlich schon klasse gewesen.“ In den kommenden Tagen will Ingrid Bachor jeden Morgen wiederkommen und immer eine Freundin überreden, sie zu begleiten. „Da findet sich immer jemand.“ Die Alternative Hallenbad ist für Bachor ein Tabu. „Das ist mir zu chlorhaltig. Wenn schon schwimmen, dann nur unter freiem Himmel. Entweder Bockum oder im Rhein.“
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