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Krefeld: Die Facebook-Seite des Prinzenpaares

VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 14.01.2012 - 22:31

Krefeld (RP). Als erstes Krefelder Prinzenpaar präsentieren sich Nina I. und Tobias I. per Facebook. Von den mittlerweile 808 Freunden, darunter auch Lokalpolitiker des "gegnerischen Lagers", ernten sie viel Zuspruch. Goldene Regel für Prinzenpaar und Minister: In der Sitzung wird nicht "gepostet".

 Foto: Sreenshot
Foto: Sreenshot

Am 10. November 2011, 23.38 Uhr, wenige Stunden vor Beginn der Karnevalssession, lässt das neue Krefelder Prinzenpaar seine "Freunde" an der Vorfreude teilhaben. 11 Stunden und 33 Minuten sind es da noch bis zum Karnevalsbeginn, und bei Facebook schreiben Nina Bossers und Tobias Stümges: "Bald ist es so weit und der 11.11.11. ist gekommen!!! Wir freuen uns schon jetzt riiieeesig und können es kaum erwarten. Selbstverständlich werden wir unsere wundervollen Momente auch bei Facebook festhalten und Euch daran teilhaben lassen."

Prinz Tobias I. (22) und Prinzessin Nina I. (19) haben Wort gehalten: In Dutzenden kurzen Einträgen hat das jüngste Krefelder Prinzenpaar aller Zeiten seitdem bei Facebook über die Session berichtet, mit Facebook bis Mitte Janaur gut 800 "Freunde" gewonnen, und per Internet den Krefelder Karneval populärer gemacht. Frühere Krefelder Prinzenpaare hatten eine eigene Internetseite. Darauf verzichtete das neue Facebook-Prinzenpaar: "Wir wollten einen Internetauftritt, bei dem man auch mit anderen kommunizieren kann", sagt Prinz Tobias. "Karneval - gefällt mir" - mit dem nach oben gestreckten Daumen wie auf der Facebook-Seite - ist nun ihr Motto.

"Während der Sitzung wird nicht gepostet"

Jeden Abend nach einem Karnevalstermin notieren beide neue Einträge im sozialen Netzwerk; "manchmal sogar schon im Auto zwischen zwei Terminen per Handy", sagt Tobias Stümges. Während der Sitzungen lasse er sein Handy jedoch ausgeschaltet. Diese Anweisung haben Nina Bossers und ihr Prinz auch ihren "Ministern" gegeben. "Während der Sitzung wird nicht bei Facebook gepostet, aus Respekt vor den auftretenden Büttenrednern und Tanzgruppen."

Das Prinzenpaar, privat kein Liebespaar, freut sich besonders über die Kommentare, die andere Facebook-Mitglieder derzeit hinterlassen. "Wir ernten da viel Zuspruch, das tut gut. Vor allem, weil wir ja noch jung sind und nicht immer wissen, was wie bei den Karnevalisten ankommt", sagt der Prinz.

Natürlich gibt es im Internet auch schneller Kritik. "Als wir Ende März vorgestellt wurden, hat man uns bei Facebook als 'Kinderprinzenpaar' bezeichnet. Und nach der Inthronisierung sind wir dafür kritisiert worden, dass wir uns nicht auf dem Rathausbalkon gezeigt haben. Viele Narren hätten uns gerne dort gesehen. Wir wussten ganz einfach nicht, dass wir dort hoch sollten", sagt Tobias, der noch immer darüber erstaunt ist, aus welchen Lagern sich derzeit die Facebook-Freunde bei ihm melden. "Ich bin Mitglied der Jungen Union, trotzdem haben sich viele Politiker anderer Parteien als Freunde bei uns angemeldet. Der Karneval verbindet eben." Freunde sind neben dem CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling, Kabarettist Volker Diefes und Eishockey-Schiedsrichterlegende Jupp Kompalla auch SPD-Ratsherr Frank Meier und SPD-Fraktionschef Ulrich Hahnen. Hahnen war es auch, der am karnevalistischen 11. November um 21.44 Uhr schrieb: "Der Start heute im Rathaus war sehr vielversprechend."

Gefällt mir! - das Krefelder Prinzenpaar schwebt per Facebook derzeit auf der karnevalistischen Wolke 11. Es gibt aber noch eine andere kleine Wahrheit zur Facebook-Geschichte. Denn die Idee zum ungewöhnlichen Motto "Gefällt mir" hatte nicht etwa das Prinzenpaar selbst, sondern die "Karnevals-Oldies" aus dem Festkomitee. Das Prinzenpaar selbst wollte sich eigentlich mit dem Motto auf die Brauchtumspflege konzentrieren.

Quelle: url/rl/areh


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