Krefeld: Die Windsbraut punktet
VON PETRA DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 30.06.2007Krefeld (RPO). Mit dem Ballett tanzt das Theater in der ersten Reihe der nordrhein-westfälischen Compagnien mit. Das lässt sich an der Kritikerumfrage ablesen, die das Magazin „Theater pur“ in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht.
Alte Bekannte
Auch für ehemalige Ensemblemitglieder des Theaters gab es gute Noten:
Xenia Snagowsky (Schauspiel Bonn) in der Kategorie beste Nachwuchsschauspielerin.
Milana Butaeva (Theater Dortmund) in der Sparte beste Sängerin als Brünnhilde in „Die Walküre.
Die Seidenstraße führt geradewegs aufs Siegertreppchen. Zumindest, wenn Peter Ackermann von „Theater pur“ gefragt wird: Jan Linkens Choreografie und das Stück hat der Theaterkritiker – jeweils nach der Hagener Produktion „All you need is Dance“ von Ricardo Fernando – als zweitbeste in Nordrhein-Westfalen betrachtet. Auch in der Kategorie „Wichtigstes neues Ballett“ vergibt Ackermann dafür den Platz zwei, vor Heidrun Schwaarz’ letzter Choreografie „Die Windsbraut“.
„Bereicherung des Tanzlands“
In jedem Jahr nennen überregionale Rezensenten von der Deutschen Presse Agentur bis zum Westdeutschen Rundfunk ihre Tops und Flops der abgelaufenen Saison auf nordrhein-westfälischen Bühnen für die Sparten Schauspiel, Musiktheater und Tanz. Gerade ist die Ausgabe Juli/August erschienen – und damit die erste Umfrage eines Fachmagazins. Und da schneidet das Gemeinschaftstheater nicht schlecht ab. Vor allem in der Sparte Ballett tanzt es in der oberen Riege mit: Nominiert sind als beste Tänzerin Silvia Behnke (einmal Platz 3) und Razvan Craciunescu (einmal Platz 2) in „Windsbraut“. Hier sind außerdem jeweils einmal Ziga Jereb (Platz 3) und Kursat Kilic (Platz 1) als beste Nachwuchstänzer genannt. Die Berufung von Robert North als Ballettdirektor wird gelobt als Bereicherung der des Tanzlands NRW – ebenso das neue Festival „tanz nrw 07“ als gelungene Plattform.
In der Sparte Schauspiel gab es eine Überraschung: Essen ist eindeutig als bestes Sprechtheater bewertet worden und verweist damit die Häuser in Düsseldorf und Bochum auf die Ränge zwei und drei. Aber auch Krefeld/Mönchengladbach hat eine Reihe vorderer Plätze in den Einzelwertungen belegt. Die „Grönholm Methode“ bekam als beste Regie (Jens Pesel) Punkte, aber auch als wichtigstes ausländisches Stück – und Ines Krug verhalf ihre Rolle darin zu einer Nominierung auf Rang zwei der besten Schauspielerinnen. Sie punktete auch mit ihren Leistungen in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ und in „Emilia Galotti“ . Im Chor der zahlreichen Galotti-Produktionen angesichts des Zentralabiturs kommt Krefeld gut weg – und auch weitere Beteiligte tauchen im Kritikerspiegel auf: Joachim Henschke und Sven Seeburg in den Kategorien der drei besten Schauspieler, Julia Nehmitz bei den besten Nachwuchsschauspielerinnen.
Beim Musiktheater ist das Essener Aalto unangefochtene Spitze. Die Vereinigten Städtischen Bühnen sind mit dem „Frauenorchester von Auschwitz“ in der Wertung der wichtigsten Uraufführungen. Außerdem wurde Graham Jackson genannt (Rubrik: Bester Dirigent) sowie Heike Hofmann und Monika Gora (Beste Ausstattung „Sweet and Lowdown“).
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