Krefeld: ECE endgültig vom Tisch
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 24.04.2010Krefeld (RPO). Es wird keine Überbauung des Theaterplatzes mit Einzelhandel geben. Darauf einigte sich die Steuerungsgruppe mit Vertretern des Einzelhandels und der Politik. Damit sind die ECE-Pläne für ein riesiges Shoppingcenter vom Tisch.
Es wird kein großes Shoppingcenter auf dem Theaterplatz gebaut. Darauf einigte sich einvernehmlich die so genannte Steuerungsgruppe mit Vertretern aus dem Handel, der Verwaltung und der Politik. Die Gruppe setzt sich stattdessen für ein Gutachten über die weitere Entwicklung der Krefelder Innenstadt ein. Die Frage, ob auf dem Theaterplatz Einzelhandel entstehen soll, soll dabei gar nicht erst thematisiert werden. Die teilte gestern Baudezernent Visser auf Anfrage unserer Zeitung mit.
"Es gab eine klare Ansage: Alle Beteiligten wollen keine zusätzlichen Verkaufsflächen auf dem Theaterplatz", sagte Visser. Die Pläne des Immobilienkonzerns ECE zum Bau eines großen Shoppingcenters auf dem Theaterplatz sind damit endgültig vom Tisch. Das neue Gutachten soll nun untersuchen, wieviel zusätzliche Einzelhandelsfläche die Innenstadt verträgt, welche zusätzlichen Flächen und welche Sortimente (Textilien, Lebensmittel, Elektroartikel etc.) das bestehende Angebot ergänzen können. Einspruch gegen ein solches Gutachten kam von den Grünen – Ratsherr Rolf Rundmund erklärte für seine Fraktion, er halte das Gutachten für überflüssig. Im Ganzen und trotz des Landtagswahlkampfes sei das Gespräch "sehr sehr gut, sehr konzentriert und sachbezogen" verlaufen, betonte Visser.
Der Immobilienentwickler ECE wollte das bald leerstehende Kaufhofgebäude am Ostwall und den Theaterplatz zum Bau eines 25 000 Quadratmeter umfassenden Shoppingcenter bauen und zugleich das Seidenweberhaus durch eine neue Veranstaltungshalle ersetzen. Das Projekt ist von Anfang an sehr kontrovers diskutiert worden: Es gibt Befürworter, die sich von der Großinvestition einen Sprung nach vorn für Krefeld erhofft haben und darauf hinweisen, dass ein solches Center Kunden in Krefeld halten und aus dem Umland anlocken kann. Gegner fürchten, einen Niedergang der Innenstadt, wenn Geschäfte aus der Innenstadt in das Shoppingcenter umziehen und leere Ladenlokale zurücklassen.
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