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Krefeld: EGK-Affäre: Chefs gefeuert

VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010

Krefeld (RPO). Die Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Krefeld, Dirk Sievert und Gerd Mützenich, sind mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden. Grund ist die Schwarzgeldaffäre vom Dezember 2009.

Die Schwarzgeldaffäre, über die unsere Zeitung im Dezember 2009 exklusiv berichtete, hat jetzt auch für die EGK-Geschäftsführung personelle Konsequenzen. Der Aufsichtsrat der SWK Stadtwerke Krefeld AG sowie der Gesellschafterrat der Entsorgungsanlagengesellschaft und Entsorgungsgesellschaft Krefeld haben in ihren heutigen Sitzungen jeweils beschlossen, Dirk Sievert und Gerd Mützenich mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben zu entbinden. Grund ist nach RP-Informationen vorrangig die Schwarzgeldaffäre, in deren Folge bei der EGK sieben Mitarbeiter entlassen wurden.

Stadtwerke nicht informiert

Die EGK ist eine Tochter der Stadtwerke Krefeld und der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN), die wiederum zu 100 Prozent Tochter der Stadtwerke Krefeld ist. Faktisch ist die EGK also direkt den Stadtwerken unterstellt. Nach RP-Informationen fühlte sich die Stadtwerke-Geschäftsführung um Vorstandschef Martin Cirener von den beiden EGK-Geschäftsführern Sievert und Mützenich unzureichend über die Schwarzgeldaffäre informiert.

Ins Rollen gekommen war die Affäre durch einen Tag der offenen Tür in der Müllverbrennungsanlage (MKVA), die von der EGK betrieben wird. Dort entdeckten Besucher einen Schrottcontainer einer Fremdfirma auf dem Gelände. Allerdings hat sich die Entsorgungsgesellschaft Krefeld (EGK) verpflichtet, das Schrottgeschäft nur mit der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein abzuwickeln. In der Folge kam ans Tageslicht, dass mit den Erlösen aus solchen nicht vorgesehenen Schrott-Geschäften Schwarzgeldkassen betrieben wurden. Rund 35 000 Euro sollen sieben Mitarbeiter über einen Zeitraum von zehn Jahren angesammelt haben.

Die Geschäftsführer Dirk Sievert und Gerd Mützenich wollten die Affäre eigentlich intern durch Versetzungen klären. Gegen seine Versetzung klagte allerdings einer der Mitarbeiter beim Betriebsrat. Erst dadurch wurde der SWK-Vorstand wohl auf den Fall aufmerksam.

Wird Abfindung gezahlt?

Offen ist, wie die beiden von ihren Ämtern entbundenen Vorstände reagieren. Gegenüber der RP wollten beide keine Stellung nehmen. Die Aufsichtsräte der Ratsfraktionen, die von den Entlassungen überrascht wurden, rechnen mit einer arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung. Möglicherweise könnten auch Abfindungen gezahlt werden. Es heißt in einer Mitteilung, die Geschäftsführer seien "abberufen" worden. Die Abberufung ist im Arbeitsrecht die vorzeitige Beendigung einer besonderen Stellung des Geschäftsführers. Dirk Sievert wurde 1989 Geschäftsführer der EGK und EAK und wäre ohnehin in Kürze in den Ruhestand getreten. Gerd Mützenich tritt in fünf bis sechs Jahren in den Ruhestand.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen die sieben Mitarbeiter, die von der Schwarzgeldkasse direkt Kenntnis hatten. Dies bestätigte Klaus Schreiber, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Quelle: RP

 
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