Krefeld: EGK-Affäre: Justiz ermittelt
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009Krefeld (RPO). Die Schwarzgeldaffäre hat juristische Konsequenzen: Die Geschäftsführung hat Strafanzeige gegen sieben Mitarbeiter gestellt. Sie sollen Erlöse aus Schrottanlieferungen für Firmenfeiern verwendet haben und wurden entlassen.
Die Krefelder Staatsanwaltschaft hat Dienstag den Exklusivbericht unserer Redaktion bestätigt, wonach EGK-Mitarbeiter der Müllverbrennungsanlage verdächtigt werden, Erlöse unrechtmäßig für Firmenfeiern und Präsente verwendet zu haben. Oberstaatsanwalt Hans-Dieter Menden teilte mit, dass die Geschäftsführung der Entsorgungsgesellschaft Krefeld (EGK) Strafanzeige gegen sieben Mitarbeiter wegen Betrugs und Unterschlagung gestellt hat. Diese Mitarbeiter sollen mittlerweile entlassen sein.
Rund 35.000 Euro sollen sie über einen Zeitraum von zehn Jahren angesammelt haben. Die Strafanzeigen seien vorgestern eingegangen, sagte Oberstaatsanwalt Menden – an dem Tag also, an dem unsere Zeitung die Geschäftsführung erstmals um Stellungnahme bat.
Brand in Werkstatt
Zuletzt sorgte die Entsorgungsgesellschaft vor rund einer Woche für Schlagzeilen, weil es in der Werkstatt der MKVA in den frühen Morgenstunden des 17. Dezember zu einem Brand kam. Die Krefelder Polizei bestätigte gestern, dass sie ermittelte. Es hätten sich allerdings keine Hinweise auf Brandstiftung ergeben, sagte Pressesprecherin Kerstin Nast.
Unterdessen werden weitere Einzelheiten zum Vorgehen der beschuldigten Mitarbeiter bekannt. Sie sollen Erlöse aus Verkäufen von Metall- und Eisenschrott in schwarze Kassen abgeführt haben. Der nach der Verbrennung übrig bleibende Metallschrott soll von ihnen auf dem Markt veräußert worden sein. Die Gewinne, pro Jahr rund 3000 Euro, sollen aber nicht in die Unternehmensbilanzen mit eingeflossen sein. Die schwarzen Kassen seien von einem Mitarbeiter organisiert worden, die anderen Kollegen hätten sich beteiligt, sagt die Staatsanwaltschaft.
Chefs von EGK und SWK schweigen
Unsere Zeitung bat gestern abermals auch die beiden Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Krefeld (EGK) um Stellungnahme. Doch weder Dirk Sievert (kaufmännischer Geschäftsführer) noch Dr. Gerd Mützenich (technischer Geschäftsführer) wollten sich zu dem Fall äußern. Auch die SWK gab keine Stellungnahme ab.
Die Mitglieder von Beirat und Gesellschafterrat der EGK mahnen jetzt eine schnelle Aufklärung des Falles an. Sie sind in einer Sitzung über die Existenz der schwarzen Kasse aufgeklärt worden. "Die gesamte Angelegenheit muss aufgeklärt werden, und das schnellstmöglichst", sagte Ulrich Hahnen (SPD). CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel, ebenfalls im Beirat der EGK, wollte den Vorfall nicht kommentieren.
An der Entsorgungsgesellschaft Krefeld (EGK) sind die Stadtwerke Krefeld (SWK) zu 51 Prozent und die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) zu 49 Prozent beteiligt. Die EGK betreiben die Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage (MKVA) und ein Klärwerk.
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