Krefeld: Ein Handtuch für den armen Rudi
zuletzt aktualisiert: 04.08.2007Krefeld (RPO). Klein-Aspach Mit großen, schnellen Schritten geht Andrea Berg den Hotelverbindungsgang entlang. Ihre Körperanspannung verrät, dass sie hoch konzentriert ist. Nur noch wenige Meter trennen sie von der Bühne. Ihrer eigenen Bühne in der Hazienda des Hotels Sonnenhof. Schon Stunden zuvor hatten sich die Fans vor dem Eingang versammelt, um einen guten Platz zu ergattern. Dabei sind sie heute alle nah dran an ihrem Idol. Nur 500 Mitglieder des Bertelsmann Clubs, die einen Kurzurlaub in Klein–Aspach verbringen, dürfen heute Abend bei der exklusiven Show dabei sein.
„Natürlich bin ich bei kleinen Konzerten genauso aufgeregt wie bei einem großen Open-Air“, sagt die Sängerin. Schließlich könne sie den Fans dann genau in die Augen schauen. Und ihre Emotionen erkennen. „Wenn ich so nah dran bin, dann sehe ich ganz genau, was die Fans bei den Songs empfinden. Das geht mir meist sehr nah.“
Kurz vor der Ohnmacht
Als sich endlich die Tür zum Backstage-Raum öffnet und Andrea Berg die Bühne betritt, stürmen die Fans nach vorne. Einer ist Rudi aus Bayern. Er hat es in die erste Reihe geschafft. Und fällt fast in Ohnmacht, als Andrea Berg ihn mit einem Handschlag persönlich begrüßt, sogar seinen Namen wissen will. Schweißperlen, die sich auf seiner Stirn gebildet haben, laufen ihm über das leicht gerötete Gesicht. „Mensch Rudi, du schwitzt ja jetzt schon. Holt doch mal ein Handtuch für den armen Rudi“, sagt Berg. Dann tupft sie ihm zärtlich den Schweiß von der Stirn und schaut ihm dabei ganz tief in die Augen.
„Bist Du mit Deiner Frau hier“, fragt sie ihn. Rudi verneint, er hätte aber seine Lebensgefährtin dabei. „Ist er denn immer brav“, will die Sängerin wissen. Rudi nickt, seine Lebensgefährtin auch. „Dann ist das nächste Lied nicht für dich“, sagt Andrea Berg und stimmt ihren größten Hit an. „Du hast mich tausendmal belogen“, singen die Fans den Refrain mit. Für Andrea Berg ist das Lied etwas ganz Besonderes: „Wenn ich nicht betrogen worden und dieses Lied daraus entstanden wäre, dann wäre ich niemals hier gelandet, hätte nie solchen Erfolg gehabt und wäre niemals so glücklich geworden“, sagt die Sängerin zu ihren Fans.
Zwei Stunden bis zum Autogramm
Die drängeln sich direkt nach dem Konzert durch einen engen Flur. Knapp vor der hoteleigenen Kneipe, der Dorfdiele, geht nichts mehr. Doch die Fans haben Geduld. Manche stehen mehr als zwei Stunden an, um ein Autogramm oder ein Foto mit dem Schlagerstar zu ergattern. „Der persönliche Kontakt zu meinen Fans ist mir sehr wichtig“, sagt Berg, als sie nach der nächtlichen Autogrammstunde mit schnellen Schritten, doch sichtlich entspannter, den Verbindungsgang entlang läuft.
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