Krefeld: Ein Jahr nach Kyrill – Auftragsflaute
zuletzt aktualisiert: 15.01.2008Krefeld (RPO). Heute vor einem Jahr gingen die Unwetterwarnungen heraus: Ein großer Orkan werde über Deutschland stürmen. Auch in Krefeld schlug „Kyrill“ am 18. Januar zu, entwurzelte Bäume, deckte Dächer ab. „Im Stadtgebiet hat es einige tausend Schäden an Hausdächern gegeben“, zählte Klaus Schaub damals. Der 52-Jährige ist Obmann der Dachdecker-Innung. Ihr gehören rund 40 Betriebe in Krefeld mit 200 Mitarbeitern an.
Jetzt, ein Jahr später, „ist ,Kyrill’ zu 99 Prozent abgewickelt“, erklärt Schaub. Bis Ende Oktober, Anfang November habe es gedauert, bis die Schäden an den Dächern behoben worden seien. Der Orkan habe den Handwerkern auch einige Nachfolgeaufträge beschert. „Manche Reparatur hat sich zu einer Sanierung ausgewachsen“, sagt Schaub. Doch seither herrsche bei den Dachdeckern Auftragsflaute; die Ruhe nach dem Sturm gewissermaßen. „In den vergangenen zwei bis drei Monaten ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen“, berichtet Schaub.
Der Obmann der Innung blickt sorgenvoll ins Jahr 2008, denn bereits im vergangenen Jahr hätten die Dachdecker-Handwerksbetriebe verhältnismäßig wenig vom Aufschwung abbekommen. „Durch den Wegfall der Eigenheimzulage ist das private Auftragsvolumen um 60 Prozent eingebrochen“, erklärt Schaub. Die aber mache beispielsweise in seinem Betrieb rund die Hälfte des Umsatzes aus. „Kyrill“ habe das viele Monate abgefedert. Doch in diesem Jahr werde es ernst. „Es hat bereits ein Preisverfall eingesetzt. Und die billigsten Preise können die Betriebe anbieten, die nicht meisterhaft geführt werden.“
Wie reagieren die Meisterbetriebe auf die Situation? Schaub: „Wir versuchen, unseren Kunden vermehrt Dienstleistungen anzubieten, treten beispielsweise als Generalbauunternehmer für den Dachausbau auf.“
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