Krefeld: Ein Konditor unter Indianern
VON NADJA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 07.01.2008Krefeld (RPO). Großer Adler, Schnupperndes Schlitzohr, Flinker Wiesel, Ziehender Wolf oder Aufgehende Sonne: Wenn sich erwachsene Männer mit solchen Namen bei einer Krefelder Karnevalsveranstaltung mit ihren Federhauben schmücken, dann kann es sich nur um die Prunksitzung der „K G Närrische Gartenzwerge“ handeln. Am Samstagabend wurde im Saal Gietz in Fischeln der 26. Häuptling der „Rainbow Indianer“ ernannt: Häuptling „Schwarze Schokofeder“ – im richtigen Leben der Landtagsabgeordnete Peter Kaiser. Der Kriegsname spielt auf seine beiden Hauptaktivitäten an: Der gelernte Konditormeister (Schoko) vertritt bekanntlich die CDU (schwarz) in Düsseldorf.
Bei der Aufnahme in den Indianerstamm wurde aus dem Anzugträger Kaiser ein fast richtiger Indianer: Kriegsbemalung, Federhaube und Tipi auf der Bühne ließen keinen Zweifel zu, was da vor sich ging. In seiner Laudatio lobte Häuptling Aufgehende Sonne den neuen Stammesbruder als prädestiniert für die neue Würde, er sei ein „Aprilscherz mit Schnapszahl“ – Kaiser wurde im April 1966 geboren, seine bislang einzige Tochter am 11.11.1996. Der neue Häuptling freute sich sichtlich über den neuen Kopfschmuck, „die Federhaube ist eine Auszeichnung, die in Krefeld einmalig ist.“ Er hatte sich auf die neue Würde auch gebührend vorbereitet, erzählte er: „Ich habe nach 25 Jahren mal wieder Karl May gelesen.“ Der Karneval sei für ihn eine große Tradition in Krefeld, „der Rosenmontag ist wie ein großes Heimatfest.“ Die neue Würde wurde anschließend mit Feuerwasser begossen.
Insgesamt hatten die „Gartenzwerge“ wieder ein buntes Programm auf die Beine gestellt, das das Publikum amüsiert verfolgte.
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