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Krefeld: Eine Million mehr fürs Theater

VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 12:42

Krefeld (RPO). Das Theaterkuratorium beschloss am Dienstag den 25,7 Millionen Euro schweren Etat der Spielzeit 2010/11. Doch damit sind die Bühnen nicht aus dem Schneider: Wenn die Tarife um mehr als zwei Prozent steigen, droht erneut Krach.

Ab Sommer führt Michael Grosse als Intendant hier die Regie: "Es wird weiter Theater auf hohem Niveau in beiden Städten geben", hieß das Signal, das die Politiker ihm gestern bei der Sitzung des Theaterkuratoriums in Mönchengladbach gaben.   Foto: RPO
Ab Sommer führt Michael Grosse als Intendant hier die Regie: "Es wird weiter Theater auf hohem Niveau in beiden Städten geben", hieß das Signal, das die Politiker ihm gestern bei der Sitzung des Theaterkuratoriums in Mönchengladbach gaben. Foto: RPO

Nanu, alles war so friedlich gestern im Theaterkuratorium im Mönchengladbacher rathaus Abtei. Vergessen scheinen die heftigen Grabenkämpfe aus dem Vorjahr. Einstimmig beschlossen die Krefelder und Mönchengladbacher Mitglieder des Aufsichtsgremiums der Vereinigten Bühnen für 2010/11 ein Zahlenwerk, das im Volumen rund eine Million Euro üppiger als in der laufenden Spielzeit ausfällt. Wobei der Krefelder kulturausschuss-Vorsitzende Hans-Peter Kreuzberg (CDU) indes die Euphorie dämpfte: "Es gibt ein Risiko: Sollten die Tarifsteigerungen im Öffentlichen Dienst höher als zwei Prozent ausfallen, muss alles neu auf den Prüfstand."

Als positiv vermerkte Kreuzberg, dass der neue Intendant Michael Grosse, der im August sein Amt antritt, "nunmehr Planungssicherheit" habe. Positives vermeldete auch Theatergeschäftsführer Reinhard Zeileis: Auf Wunsch von Noch-Intendant Jens Pesel sei der Etat so umgeschichtet worden, dass für die wichtige Werbung zusätzlich 40 000 Euro zur Verfügung stehen. Auch das Beratungsunternehmen actori hatte empfohlen, das Werbewesen zu stärken. Nun soll das Theater 330 000 Euro ausgeben dürfen. Dazu gehört auch, dass die Stelle eines Marketing-Leiters eingerichtet wird. Ulrich Elsen (SPD Mönchengladbach) erklärte für seine Fraktion: "Es wird weiter Theater auf hohem Niveau in beiden Städten geben." Was der anwesende Michael Grosse sichtlich gerne hörte. Zu Hause in Schleswig brausen Grosse, noch Intendant des dortigen Landestheaters, derzeit sehr raue Brisen um die Ohren: Sein Verwaltungsdirektor erklärte jüngst, das Landestheater, das bereits die auch am Niederrhein angestrebte Rechtsform einer (gemeinnützigen) gGmbH besitzt, marschiere bis Ende 2011 auf die Insolvenz zu.

Info

Der Laufplan

Haushalt Einstimmig beschloss das Theaterkuratorium gestern den Theaterhaushalt 2010/11. Er umfasst ein Volumen von rund 25,6 Millionen Euro. Aufgabe der Städte: das Zahlenwerk in ihre Jahresetats einarbeiten.

Arbeitsgruppen Drei AGs kümmern sich um die Umwandlung der Rechtsform der Bühnen in eine gemeinnützige Gesellschaft, die Überführung von Leistungen, die das spielfertige Haus betreffen, in diese GmbH und um neue Betriebsvereinbarungen.

Personalie In diesem Sommer soll ein Marketing-Chef fürs Theater eingestellt werden.Es werden 40 000 Euro zusätzlich im Haushalt bereitgestellt.

An den neuen Strukturen "basteln" derzeit drei Arbeitsgruppen in Krefeld und Mönchengladbach. Roland Schneider, Kulturdezernent Krefeld, berichtete, die Arbeiten für einen "Gesellschaftsvertrag" seien mitten im Gange. Dazu gehört unter anderem die Ausarbeitung einer neuen Geschäftsordnung für die Theatergeschäftsführung und für einen neu zu gründenden Aufsichtsrat. Bis zum Abschluss der Ratszüge (in Krefeld am 24. Juni, in Gladbach am 7. Juli) soll das Vertragspaket beschlussreif vorliegen. Wann dann die neue Rechtsform tatsächlich rechtswirksam wird, vermochte Schneider naturgemäß nicht vorauszusagen.

Sein Amtskollege Dr. Gert Fischer in Mönchengladbach sitzt der AG vor, die sich mit den derzeit noch in städtischer Regie der Theaterträger "abgerufenen Leistungen für das Theater" befasst. Dazu gehört vor allem die Organisation der spielfertigen Häuser. Diese Aufgaben sollen künftig ganz den VSB übertragen werden. Die Arbeitsgruppe 3 leitet Reinhard Zeileis: Sie prüft die konkrete Umsetzung des von actori vorgelegten Reform- und Sparmodells im Theater. Zeileis nannte ein Beispiel: Der regelmäßige Bustransfer von Künstlern und Orchestermusikern zwischen den Spielstätten stehe auf dem Prüfstand.

Quelle: RP

 
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