Krefeld: Eine Mode-Stadt sieht Rot
VON PETRA DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 16.07.2008Krefeld (RPO). Ruby-Red, Lobster und Iris heißen die Saisonfarben bei der 17. Größten Straßenmodenschau. Im September werden wieder Stoffbänder den Himmel über der City zieren. Ein Erfolg für den Handel – ganz gegen den Bundestrend.
Bruce Darnell hat sich für die Dunkelhaarige entschieden. Model Lena ist das Gesicht der 17. „Größten Straßenmodenschau der Welt“, die am 20. und 21. September über die Open-Air-Bühnen in der City gehen wird. Zu den langen schwarzen Haaren des Mannequins bildet das satte Rot des Wollkleides einen starken Kontrast. Und gibt damit die Botschaft vor, die das Deutsche Mode-Institut, die Stadt und die Einzelhändler auf die Laufstege bringen wollen: Schluss mit Zurückhaltung.
Neutral: Mode von gestern
Die neutralen Beige- und Grautöne sind Mode von gestern, erklärt Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts. „Über den Herbst bis in den nächsten Sommer kommen immer ausdrucksstärkere Farben.“ Deshalb habe man sich bei den Leitfarben für die Straßenmodenschau auch zu kräftigem Rubinrot („Ruby-Red“), etwas gemäßigterem Hummerorange („Lobster“) und sattem Dunkellila („Iris“) entschieden. Fast acht Kilometer Stoff in diesen Farben wird in diesem Jahr wieder die Straßen zwischen den Bühnen schmücken.
Straßenmodenschau
Termin 20. und 21. September.
Saisonfarben Ruby-Red, Lobster und Iris.
Werbung Auf den Mega-Lights an den Krefelder Einfallstraßen, auf 50 Großflächenplakaten, 380 City-Light-Postern und 1200 Plakaten wird das Ereignis in den kommenden Wochen am gesamten Niederrhein beworben.
Preisträger Die Goldene Seidenschleife für erfolgreiches Mode-Marketing geht an Marc O’Polo.
Und auch im Vorfeld hatten die Veranstalter Wirbel für die Straßenmodenschau gemacht: Als Bruce Darnell, Mode-Fotograf Chris Rügge und mehrere Models in Krefeld zum „Life-Shooting“ aufliefen. „Öffentliche Shootings spiegeln den Zeitgeist“, meint Müller-Thomkins. Die Leute wollen hingucken – und die Mode reagiert mit Blickfang-farben. Edles Rot ist nicht nur lebhafter Kontrast zu schwarzen Accessoires wie ärmellangen Handschuhen und breiter Taillenschärpe. Es ist auch eine Reminiszenz an die frühen 1960er Jahre. „Feminines darf wieder damenhaft sein. Weiblichkeit wirkt angehaucht vom Wirtschaftswunder“, sagt Müller-Thomkins. Und dieser Geist wehe auch durch das Riesen-Unterfangen Straßenmodenschau. „Dem Handel in Deutschland geht es grundsätzlich nicht gut. Wenn es einen Konsumaufschwung gibt, dann ist er am Einzelhandel der Modebranche vorbeigegangen. Deshalb ist diese Standort-Marketing eine einzigartige Maßnahme.“
Mehr als eine halbe Million Euro koste das Mode-Wochenende. im städtischen Topf sind dafür 200 000 Euro vorgesehen, den Rest bringen Sponsoren und Organisatoren auf. „Wir stellen die Bühnen auf. Die Models, die Technik und die Organisation drumherum müssen die Veranstalter tragen“, erklärt Friedhelm Kutz vom Stadtmarketing. Deswegen ärgert es ihn, dass vor allem Filialisten sich nicht an der Finanzierung und der Organisation der Straßenmodenschau beteiligen, aber vom Besucherstrom profitierten.
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