Krefeld: Eine Stadt für alle Generationen
VON NADJA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 18.01.2008Krefeld (RPO). „Vergisst Krefeld seine Alten?“ – unter diesem Thema diskutierten Politiker und Fachleute bei einer Podiumsdiskussion. Das Fazit: Die Generationen müssen miteinander sprechen und füreinander da sein. Dann entsteht eine Stadt, in der sich jede Generation wohl fühlen kann.
Nein, Krefeld vergisst seine Alten nicht, aber die Frage der Senioren darf nicht isoliert betrachtet werden. Was für Senioren gut ist, das ist auch für Familien gut. Und wenn Alte und Junge viel miteinander reden, hilft es allen. So lässt sich das Ergebnis einer Diskussionsrunde zusammenfassen, die am Mittwochabend in der Volkshochschule stattfand.
Hat das Schlagwort der „Senioren-Slums“ eine Berechtigung? Thomas Visser, Krefelds Beigeordneter für Bauen und Planen, wehrte sich gegen diesen Begriff. Das Altern müsse positiv gesehen werden, das Wort der Slums werte das Altern ab.
Professor Peter Vermeulen, Kulturdezernent der „zweitältesten“ Stadt Deutschlands, Mülheim, nannte deutliche Zahlen für den demographischen Wandel. Vor 20 Jahren habe es in Krefeld 4000 Geburten jährlich gegeben, heute sind es nur 2000. Daher seien auch Themen wie verbesserte Kinderbetreuung, Wohnumfeldverbesserung oder die ehrenamtliche Unterstützung kinderreicher Familien wichtig für die Zukunft einer Stadt.
Die Diskussionspartner
Kerstin Radomski, CDU
Frank Meyer, SPD
Heidi Matthias, Die Grünen
Daniel Dick, FDP
Thomas Visser, Dezernent für Bauen und Stadtplanung
Professor Peter Vermeulen, Kulturdezernent der Stadt Mülheim:
Halide Özkurt-Atmaca, Vorsitzende des Ausländerbeirates
Professor Dr. Lutz Packebusch, Professor für Personalentwicklung, und Arbeitswissenschaften, Hochschule Niederrhein
Moderation Dieter Hilla, Redaktionsleiter RP Krefeld
Organisiert von den Studentinnen Antonia Atzori und Gelja Schnock, die in dieser Woche eine Aktionswoche „erlebenswert“ für Senioren durchführen.
Visser forderte, dass die Stadtplanung Veränderungen der Lebensgewohnheiten berücksichtigt: „Es gibt einen Trend zurück in die Innenstadt, die Menschen wollen zunehmend kurze Wege haben.“ Ziel müsse es auch sein, Möglichkeiten für „integriertes Wohnen“ verschiedener Generationen zu schaffen.
Dies unterstützte Halide Özkurt-Atmaca, die Ausländerbeirats-Vorsitzende. Sie forderte, dass sich Altenheime auch auf die Belange muslimischer Senioren einstellen.
Altwerden mit Arbeit
Professor Lutz Packebusch sprach über Veränderungen in der Arbeitswelt. Auch im körperlich anstrengenden Handwerk müsse es Arbeitsbedingungen geben, unter denen auch 60-Jährige noch tätig sein können.
Heidi Matthias (Grüne) forderte mit Blick auf das geschlossene Stadtbad kurze Wege zu sportlichen Angeboten im Zentrum. Für Daniel Dick (FDP) waren Pflegekonzepte für die älteren Menschen dringend notwendig. Als eine Grundauffassung kristallisierte sich im Laufe der Diskussion heraus, dass es nicht darum geht, Krefeld „altersgerecht“ zu machen, sondern „generationengerecht“.
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