Krefeld: Einsamkeit in der Fußgängerzone
VON HANS DIETER PESCHKEN - zuletzt aktualisiert: 30.07.2007Krefeld (RPO). ist eine ausgeschlafene Stadt. Anders als in New York, der City, die niemals schläft, geht man hier früh zu Bett. Wer das nicht freiwillig so hält, fühlt sich schon weit vor Mitternacht einsam und ausgeschlossen.
Um 23 Uhr – so an einem der letzten Tage erlebt – sind die meisten Schaufenster auf der Hochstraße nicht mehr erleuchtet. Jugendlich kicken gelangweilt eine Plastikflasche, ein Polizeiwagen fährt im Schritttempo durch die Fußgängerzone. Wenige Tische in der Frikadellenbraterei an der Rheinstraße sind noch belegt, gegenüber werden die Bänke auf die Biertische gesetzt, draußen will sich bei diesem Wetter kaum einer aufhalten. Deshalb ist der Sandstrand im Journal genauso ein verlassenes Gelände. Auf dem Platz an der Alten Kirche ist es ähnlich, das Bröckske hat auch schon die Lichter gelöscht und die Türen verschlossen.
Beim Italiener mit dem Olivenbaum vor der Türe ist es ebenfalls dunkel, eigentlich will er bis 23.30 Uhr aufhalten. Das Kaiser Wilhelm Museum wird nicht mehr angestrahlt, dafür hat der Türke gegenüber noch die Tür auf und die Räume voll beleuchtet, aber das Lokal ist leer. Die Krefelder sind offenbar nicht mehr hungrig um diese Zeit.
Nur der Kiosk am Karlsplatz hat noch das Rähmchen geöffnet. Vermutlich hält er den Nachttrunk für den Nachtwächter bereit, oder für die, die in der schlafenden City bald die letzten Lichter löschen.
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