Krefeld: Eklat im Ausländerbeirat: Nicht beschlussfähig
zuletzt aktualisiert: 30.11.2007Krefeld (RPO). Barbara Ritters-Kleinheyer ist stinksauer. „Ich fühle mich langsam auf den Arm genommen. Seit zwei Sitzungen unterhalten wir uns über das Erscheinen der gewählten Mitglieder. Und heute?“, fragt sie in die kleine Runde des Ausländerbeirates. Ratlose Blicke. 14 Mitglieder gehören dem Gremium an, das an diesem Donnerstagabend tagen soll. Gerade mal fünf Mitglieder sind anwesend. Acht müssten es jedoch sein, damit der Beirat entscheiden könnte.
„Was nützt es, wenn ich meine Freizeit opfere und hier hindüse, wenn die gewählten Mitglieder nicht erscheinen?“, sagt CDU-Ratsfrau Ritters-Kleinheyer verärgert. Sie versteht nicht, dass das Interesse der ausländischen Mitglieder so gering ist. „Ich glaube nicht, dass es eine Blockade ist, vielleicht eher Hilfslosigkeit“, vermutet die Kommunalpolitikerin und meint damit auch Sprachschwierigkeiten.
Sprachprobleme seien nicht der Grund für die Abwesenheit, erklärt Beiratsvorsitzende Halide Özkurt-Atmaca. „Es sind viele dabei, die sehr gut deutsch sprechen.“ Auch sie ist enttäuscht über das mangelnde Interesse. „Ich habe vorher noch mit vielen gesprochen und erklärt, wie wichtig es ist, dass die gewählten Mitglieder an den Sitzungen teilnehmen. Ich verstehe das Ganze nicht.“ Halide Özkurt-Atmaca überlegt nun, in ihrer Ansprache noch deutlicher zu werden. Sie ist optimistisch, dass bei der kommenden Sitzung im neuen Jahr die Beschlussfähigkeit erreicht wird. „Ich werde mich dafür einsetzen.“
Mitglied des Ausländerbeirates ist auch Ante Franjicevic. Der neue Vorsitzende des Arbeitskreises für die Angelegenheiten ausländischer Mitbürger ist jedoch an diesem Abend nur kurz anwesend. Dann muss er weg zur nächsten Sitzung. Denn ebenfalls im Rathaus tagt nur eine Stunde nach Beginn des Beirats eine Arbeitsgruppe des Arbeitskreises. Und da darf der Vorsitzende nicht fehlen.
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