Krefeld: Elefanten: Bald ohne Ketten?
VON BÄRBEL KLEINELSEN - zuletzt aktualisiert: 19.09.2007Krefeld (RPO). Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen hat vier arbeitsreiche Tage hinter sich. Mit Kollegen aus anderen Zoos diskutierte er in Warschau die umstrittene Elefantenhaltung in Krefeld. Es gibt verschiedene Lösungen. Die RP stellt sie vor.
Es waren lange Tage voller Diskussionen. In Warschau trafen sich am Wochenende die Führer der 350 europäischen Zuchtbücher und tauschten ihr Wissen aus. Krefelds Zoochef Wolfgang Dreßen nutzte die Gelegenheit, die heftig diskutierte Elefantenhaltung zu besprechen: „Wir haben sehr lange zusammen gesessen und sind die Alternativen durchgegangen.“
Bekannt ist die Überlegung, eine Elefantenkuh abzugeben, um den beiden vor Ort bleibenden Tieren die stundenlange Kettenhaltung zu ersparen. „Es ist auf jeden Fall unser kurzfristiges Ziel, im Laufe des kommenden Jahres Freilaufflächen im Haus zu schaffen. Das ist auch für zwei Kühe ohne aufwändige Umbaumaßnahmen möglich.”
Mobile Redaktion
Mit der Zukunft der Elefantenhaltung in Krefeld beschäftigt sich die Mobile Redaktion der RP am Freitag von 16 bis 17 Uhr vor dem Elefantengehege. Mit dabei sind die Zooleitung sowie Vertreter der Zoofreunde und der Politik.
Yheetoo würde Zoo verlassen
Schon jetzt ist für Dreßen klar, welche Kuh Krefeld verlassen würde: Yheetoo. „Rhena und Mumptas Mahal sind bereits seit ihrer Kindheit zusammen. Die können wir nicht einfach so trennen.” Yheetoo ist mit ihren gut 30 Jahren die Jüngste des Trios. Sie würde umziehen – allerdings müsste es nicht für immer sein. Da der jetzige Zwergflusspferd-Bereich für die Elefanten umgebaut werden könnte, wäre es möglich, dass Yheetoo anschließend zurückkommt und den Ausflug vielleicht für ein „Liebestreffen” mit einem Bullen nutzt. „Wir werden noch mal überprüfen lassen, ob unsere Kühe noch Nachwuchs bekommen können”, erklärt Dreßen. Denkbar ist auch die Abgabe aller drei Tiere, falls die Recherchen von Zootierarzt Dr. Martin Straube ergeben sollten, dass eine artgerechte Haltung zurzeit nicht möglich ist. „Aber auch das würde nicht unbedingt bedeuten, dass Krefeld auf Dauer ohne Elefanten auskommen müsste”, betont der Zooleiter. So könne die Zeit genutzt werden, in Ruhe eine Elefantenanlage zu bauen, die allen modernen Ansprüchen genügt.
„In Warschau habe ich bestätigt bekommen, dass eine Bullenhaltung im Rahmen des Zuchtbuches nicht zwingend erforderlich ist. Das reduziert natürlich den Platzbedarf.“ Zu klären sei jedoch, ob eine solche Anlage den grünen Charakter des Zoos nicht zu stark verändern würde. „Das Haus für die Nashörner umzubauen, wäre sehr viel leichter”, sagt Dreßen schmunzelnd. Spekulationen über eine Aufgabe der landesweit erfolgreichen Zucht findet er indes völlig abwegig. „Wir wollen nicht eine Tierart gegen die andere ausspielen.”
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