Krefeld: Elefanten – Wohin?
VON MARKUS WASCH - zuletzt aktualisiert: 22.09.2007Krefeld (RPO). Heiß diskutiert haben gestern die Teilnehmer der Mobilen Redaktion der RP. Vor dem Elefantengehege trafen sich Politiker, Zoobesucher und Mitglieder der Zoofreunde. Krefeld sollte weiter Elefanten halten. Die Frage ist nur wie?
Dr. Wolfgang Dreßen (Zoodirektor): „Die Anlage der Elefanten ist auf keinen Fall akzeptabel. Dazu zählt die Haltung im Haus, dazu zählen aber auch die Bade- und Sandbecken und das unzureichende soziale Umfeld, da wir zur Zeit nur drei Kühe halten. Dabei muss man allerdings beachten, dass wir uns innerhalb der vorgegeben Richtlinien des Erhaltungszuchtprogramms bewegen und auch auf unsere Finanzen im Betrieb achten müssen. Man kann also nicht nur schwarz und weiß malen“
Dr. Peter Sulies (Vorstand Zoofreunde): „Krefeld entwickelt sich mit der Elefantenhaltung zum Negativ-Beispiel. Als Zoofreund werde ich genau so wie die Zooführer immer wieder auf die schlechte Haltung angesprochen. Wir wollen die Elefanten natürlich auch nicht gerne abgeben. Da wir momentan aber weder Platz noch Geld für eine artgerechte Haltung haben, sollte auch eine Lösung ohne Elefanten im Aufsichtsrat diskutiert werden.“
Joachim C. Heitmann (Vorsitzender des Aufsichtsrates der Zoo GmbH/FDP): „Wir haben bei uns keinen rechtswidrigen Zustand, denn die Richtlinien zum Erhaltungszuchtprogramm sind noch kein nationales Recht. Und da wir keine Löwen oder Bären mehr im Zoo haben, müssen wir mit den Elefanten die Breite des Angebots aufrecht erhalten. Wir brauchen das Geld für künftige Investitionen. Wir könnten die Anlage für eine MIllionen Euro so umbauen, dass im Haus vier Einzelboxen entstehen und das Außengelände entsprechend erweitert wird. Das wäre ein akzeptabler Standard.“
Stefanie Neukirchner (Ratsfrau CDU): „Der Aufsichtsrat hat sich klar für eine Haltung der Elefanten ausgesprochen. Auch um die Familienfreundlichkeit in Krefeld zu gewährleisten. Wenn wir Verbesserungen für die Haltung entwickeln können, dann müssen wir das auch tun.“
Hans Butzen (Aufsichtsratsmitglied SPD): „Wir können unser wichtigstes Identifikationsmerkmal nicht ersatzlos abschaffen, wir brauchen die Einnahmen durch die Besucher, die nur wegen der Elefanten in den Krefelder Zoo kommen. Wir von der SPD fänden es außerdem sehr gut, wenn es eine Spendenaktion zu Gunsten der Elefanten gäbe.“
Heidi Matthias (Aufsichtsratsmitglied Grüne): „Wir haben keinen Platz und kein Geld für eine artgerechte Elefantenhaltung, deswegen sollten wir die Tiere in eine moderne Anlage abgeben. Das würden die Krefelder Bürger auch sicher verstehen und mittragen.“
Frank Lippke (Ratsherr Krefelder Kreis): „Entweder wir nehmen viel Geld in die Hand und bauen die Anlage artgerecht um, oder wir geben die Elefanten ab. Mehr Möglichkeiten hat Krefeld leider nicht“
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