Krefeld: Elefantenparadies in Belfast
VON MARKUS WASCH - zuletzt aktualisiert: 20.09.2007Krefeld (RPO). Der Belfaster Zoo könnte die neue Heimat für Rhena, Mumptas und Yheeto werden. Die elefantenlose Zeit könnte Krefeld für den Neubau einer modernen Anlage nutzen. Wuppertal hat es vorgemacht.
Mobile Redaktion
Mit der Zukunft der Krefelder Elefanten beschäftigt sich auch die Mobile Redaktion der RP am morgigen Freitag im Zoo. Zwischen 16 und 17 Uhr können Sie dort die Zooleitung, Vertreter der Politik und der Zoofreunde vor dem Elefantengehege treffen.
Weitere Artikel zum Thema Elefanten finden Sie unter www.rp-online.de/krefeld.
Treten die Krefelder Elefanten bald eine Reise nach Irland an? Diese Möglichkeit sieht der stellvertretende Zoodirektor von Schönbrunn, Dr. Harald M. Schwammer. Im RP-Gespräch sagte er, der Zoo in Belfast würde entweder einen oder alle drei Elefanten aufnehmen. Zurzeit leben dort die vier Kühe Lulu, Tina, Johti und Vishesh mit dem Bullen Jubilee, der zu Zuchtzwecken vom Zoo Chester ausgeliehen wurde. In Belfast steht den Tieren das größte Gehege des Zoos zur Verfügung. Die asiatischen Elefanten leben in der direkten Nachbarschaft von Giraffen und Zebras. Von solchen paradiesischen Zuständen können die über Nacht angeketteten Krefelder Elefanten im Moment nur träumen.
Wuppertal mit gleichem Problem
Zu wenig Platz, kaum Auslaufmöglichkeiten und Kettenhaltung: Die Probleme des Krefelder Zoos hatten auch die Wuppertaler Kollegen. „In dem alten Haus, das noch kleiner als in Krefeld war, waren die Zustände für die Tiere nicht mehr erträglich“, sagt Dr. Ulrich Schürer, Direktor des Wuppertaler Zoos. 1993 entschloss sich die Stadt, eine neue Elefantenanlage zu bauen. Die zwei alten Dickhäuter, die bisher dort lebten, zogen in einen anderen Zoo.
Nach dem Bau der 13 Millionen Mark teuren Anlage reisten der Zoodirektor und seine Kollegen nach Südafrika, um sich Elefanten in ihrer natürlichen Umgebung anzuschauen. Vier junge Kühe und einen Bullen nahmen sie mit nach Wuppertal. „Mittlerweile sind bei uns drei Jungtiere zur Welt gekommen. Die Elefanten sind unser absoluter Publikumsmagnet. Das hat uns bis zu 150 000 Besucher mehr verschafft“, sagt Schürer erfreut. Seit der dreijährigen Umbauphase leben die Wuppertaler Elefanten in einem Außengelände von 3000 Quadratmetern und einem Haus von nochmal 1000 Quadratmetern. Jedes Tier schläft nachts in seiner eigenen Box, aber ansonsten können die Tiere im Haus frei umherlaufen. Die Pfleger haben direkten Kontakt zu den weiblichen Tieren. „Das erleichtert vor allem dem Tierarzt seine Arbeit. Aber unsere Kühe sind nicht so zirkusmäßig dressiert wie die Krefelder“, erklärt Schürer und betont „Krefeld sollte den Mut haben, eine anständige Anlage nach modernen Richtlinien aufzubauen.“ Der Zoo-Experte rät auch deswegen zum Neubau, weil Krefeld ähnlich wie Wuppertal ansonsten keine Großtiere auf dem Zoogelände hält. Den Umbau des Großtierhauses findet er schwierig, da „eine völlig neue Raumverteilung her müsste“. Durch eine neue Anlage hätten auch die Nashörner mehr Platz.
Schürer: „Als Zoodirektor würde ich auf eine neue Anlage nicht so einfach verzichten.“
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