Krefeld: Emotionale Reise mit Claus Kleber
zuletzt aktualisiert: 22.09.2006Krefeld (RPO). Die Welt als dreidimensionales Schachspiel – so skizzierte Dr. Claus Kleber die weltpolitische Lage. „Die Schwierigkeit ist, wenn man etwa in der Ebene des Kriegs einen Schachzug macht, und sei er noch so klein, hat das Auswirkungen auf die beiden anderen Ebenen Wirtschaft und Kulturelle Identität.“
Der vom „Heute-Journal“ bekannte Moderator und Redaktionsleiter des ZDF nahm in seiner smarten Sunnyboy-Art die Zuhörer mit auf eine spannende Reise in die Innenansicht der USA, warum das noch mächtigste Land so reagiert, wie die Amerikaner unter Bush reagiert haben. Es war ein Hörgenuss, wie man ihn selten erlebt. Eine komplizierte Beziehung leicht verständlich erklären und den Zuhörer auf eine emotionale Reise mitnehmen, das gelang Kleber, der auf Einladung der Volksbank Krefeld auf der Mitgliederversammlung im Seidenweberhaus sprach.
Aber es gab auch Momente, da spürte man förmlich seine Betroffenheit. „Wie ist es, den Tod von 3000 Menschen live zu übertragen?“, habe ihn ein amerikanischer Freund gefragt, und Tage nach dem 11. September, als er zur Ruhe kam, hätte er sich daran erinnert, konnte nicht mehr weiterjoggen, rang um Fassung. Kleber beschrieb das Gefühl der Amerikaner: „Die Amerikaner hatten Angst! Alle Kriege der USA waren weit weg, jetzt war der Krieg heimgekommen.“
Bush, den er auf seiner ersten Wahlkampfreise begleitete, sei ein Mann aus der Weite des Landes. „Seine Außenpolitik entspricht der der IHK in seiner Heimatstadt, und das ist nicht abwertend gemeint.“ Das Credo, „ein Land, im dem McDonald ist, wird nie ein anderes Land angreifen, in dem auch McDonald sitzt.“ Kleber: „Die USA ist mit der ganzen inneren Zerrissenheit ein schwieriger Partner, aber ohne ihn schaffen wir nicht den Wettlauf mit den kommenden Supermächten wie Indien.“
Bevor Kleber sprach, schilderte Klaus Geurden in seinem Geschäftsbericht das erfolgreiche Ergebnis der Volksbank Krefeld. „Für die 25 013 Anteilseigner der rund 50 000 Kunden gibt’s eine frohe Botschaft. Sechs Prozent Dividende wird es auf den Geschäftsanteil geben.“ Bei einer Einlagenentwicklung von Plus 2,1 Prozent auf 668 Millionen Euro sei das genossenschaftlich geführte Bankhaus gut positioniert.
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