Krefeld: Empörung über Testspiel KFC–Iran
zuletzt aktualisiert: 06.07.2010 - 11:28Krefeld (RPO). Die Krefelder Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit fordert den KFC Uerdingen auf, das Spiel gegen die iranische Nationalmannschaft am 16. Juli in der Grotenburg wieder abzusagen.
In einem Offenen Brief an den KFC-Präsidenten Lakis und den Vizepräsidenten Christoph Lüer fordert Joachim Klupsch, Geschäftsführer der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit: "Verhindern Sie, dass ein antidemokratischer, totalitärer, antisemitischer und die Menschenrechte verachtender Staat durch Sie die Möglichkeit erhält, sich scheinbar unpolitisch mit seiner Fußballnationalmannschaft in Westeuropa beliebt machen zu können."
Der KFC Uerdingen solle das Spiel absagen und damit "eine kleine symbolische Geste des Protestes" gegenüber dem antisemitischen Regime in Teheran samt seinem Atomprogramm aussprechen.
Weiter schreibt Klupsch: "Wenn Sie dem diktatorischen Regime dieses Staates durch das Fußballspiel seiner Nationalmannschaft gegen einen sechstklassigen Verein einen öffentlichen Auftritt in Deutschland ermöglichen, müssen Sie damit rechnen, dass der gute Ruf der Stadt Krefeld (die den KFC Uerdingen auch unterstützt), der Ruf des Vereins und möglicherweise auch Ihr eigener guter Ruf Schaden nehmen kann."
KFC-Präsident Lakis hält nichts davon, das Spiel abzusagen: "Politik gehört nicht zum Sport. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wir haben natürlich auch eine politische Meinung, aber die hat mit Fußball nichts zu tun."
Auch Trainer Peter Wongrowitz ist gegen eine Absage: "Wir spielen miteinander Fußball. Das ist doch verbindend und hat mit Politik nichts zu tun." Die Nationalmannschaft des Iran tritt in Deutschland unter anderem gegen Westfalia Herne und beim KFC Uerdingen an. Im Gespräch ist auch ein Test-Spiel gegen den VfL Bochum.
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