Krefeld: Europa in Krefeld
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 06.06.2009Krefeld (RPO). Die Politik des Europäischen Parlaments ist viel näher an Krefeld als man denkt. Richtlinien und Fördergelder bestimmen die Entwicklung der Stadt. Dennoch war es in Krefeld ein leiser EU-Wahlkampf.
Ist die EU Segen oder Fluch? Das hängt vom Gesprächspartner ab. Wer VHS-Leiter Hansgeorg Rehbein fragt, was er über die EU denkt, sieht zwei strahlende Augen: Knapp eine Million Euro Fördergelder bescherte ein EU-Topf der Krefelder VHS, damit sie Integrationsprojekte in der Südstadt Krefelds fördern kann.
Helmut Döpcke hingegen, Leiter des Fachbereichs Umwelt, macht derzeit die Feinstaubrichtlinie der EU viel Arbeit. Autoabgase belasten viele Anwohner an Krefelds Straßen – einen Aktionsplan fordert für solche Fälle die Europäische Union. Die EU wirkt!
Dies sind zwei der markantesten Beispiel, wo die EU in Krefeld Spuren hinterlässt. Erstaunlich ist deshalb, wie geräuschlos die Parteien in Krefeld ihren Europawahlkampf inszenierten. Welcher Krefelder Politiker weiß eigentlich, was im Europa-Wahlprogramm seiner Partei steht?
Wahlparty
Präsentation Wer die Krefelder Ergebnisse direkt erfahren will, kann sich morgen im Rathaus informieren. Ab 18 Uhr wird es eine öffentliche Präsentation geben, ab 20 Uhr wird mit den Ergebnissen aus allen Wahllokalen gerechnet.
Beteiligung Bei der Europawahl in Krefeld 2004 gab es 40,7 Prozent Wahlbeteiligung.
EU-Politiker sah man kaum in Krefeld: CDU-Kandidat Karl-Heinz Florenz besuchte zwar die Seidenstadt, zeigte sich aber bei Siempelkamp nicht der großen Öffentlichkeit. Die SPD nutzte die Europawahl, um ihren OB-Kandidaten Ulrich Hahnen zu positionieren.
Hinter vorgehaltener Hand gilt die morgige Wahl auch in Krefeld als Stimmungsbarometer für die Kommunalwahl. Öffentlich sagen würde dies keiner, um für den Fall einer Niederlage noch alle Trümpfe in der Hand zu haben.
Natürlich geht es morgen um Politik. Aber auch um Signalwirkung: Mit einer starken Wahlbeteiligung können Krefelds Bürger zeigen, dass Krefeld eine EU-offene Stadt ist. Wer noch zweifelt, ob Europa Gewicht hat, kann ja mal Rehbein oder Döpcke fragen.
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