Krefeld: Fabel: Geburtstag vor Gericht
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 07.07.2009Krefeld (RPO). Wilfrid Fabel wurde gestern 68 Jahre alt – und musste sich vor Gericht im LEG-Prozess verantworten. Der Zeuge, auf den er setzte, brachte nicht nur Entlastung, sondern auch Verwirrung – bis Fabel selbst seine Verteidigung ergriff.
Fast anderthalb Stunden haben Richter und Staatsanwalt im Düsseldorfer Landgericht den Geschäftsmann Hans K. als Zeugen vernommen. K. war es gewesen, der den Kontakt zwischen dem LEG-Geschäftsführer von Dorp und CDU-Fraktionschef Fabel hergestellt hat. Am 5. November 1998 kam es in einem Düsseldorfer Restaurant zu einem Gespräch zwischen K., Fabel, von Dorp und dem LEG-Justitiar Volker Eistert.
K. schilderte, dass ihm die LEG ein Honorar versprochen hatte, falls er zu einer Lösung des Abwasserproblems beitragen konnte. Statt eines Honorars schlug K. Spenden an Sportvereine vor, unter anderem auch für den TV Oppum. K. sagte Entlastendes für Fabel: "Fabel hat gesagt, er wolle die Angelegenheit prüfen. Versprechen könne er nichts." Fabel habe sich an dem Abend absolut nicht festgelegt. "Von keiner Seite ist eine finanzielle Forderung gestellt worden", sagte K. "Das Zuwendungsversprechen hatte ich schon lange vorher, da war Fabel noch gar nicht im Gespräch."
Der Staatsanwaltschaft aber gelang es, Zweifel an der Zuverlässigkeit der Aussagen zu wecken. Ob er sicher wisse, dass das Gespräch im November 98 stattgefunden habe, wollte Staatsanwalt Ralf Möllmann wissen. K. verneinte. Ob er denn sagen könne, dass es im Jahr 98 gewesen sei? K. verneinte wieder. Hatte er sich vielleicht an ein ganz anderes Gespräch erinnert?
Da fragte Fabel den Zeugen: "Wie viele Gespräche gab es?" "Eins." "War eine Spende schon vorher angesprochen?" "Ja." Damit war die Spende von seiner Person losgelöst. Der Angeklagte Fabel hatte sich als sein bester Verteidiger erwiesen.
Dann konfrontierte die Staatsanwaltschaft Fabel mit einem Werbevertrag, den der verstorbene KEV-Gesellschafter Josef Fabri für das Jahr 1999 abgeschlossen hatte. Die Summe: 260 000 Mark, genau jener Betrag, der von der LEG an den KEV gezahlt wurden. Laut Fabel ist diese Übereinstimmung reiner Zufall. Denn die 20 Prozent der eingesparten Gebühren, die die LEG zahlen wollte und die 260 000 Mark ergeben, hätten erst im Sommer 1999 berechnet werden können.
Dass die Staatsanwaltschaft diesen Vertrag dennoch als Beweismittel sehe, wertete Fabel als Hinweis darauf, dass die Staatsanwaltschaft voreingenommen sei und gezielt gegen ihn vorgehe. Ein Vorwurf, den Staatsanwalt Möllmann nicht auf sich sitzen ließ: "Hören Sie doch auf zu behaupten, dass es etwas mit Ihrer Person zu tun habe. So wichtig sind Sie in den Augen der Staatsanwaltschaft nicht."
Alle Hintergründe zum Fabel-Prozess im Internet auf der Seite www.rp-online.de/krefeld.
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