Krefeld: Fehlbuchung: Die Konsequenzen
VON SVEN GREST - zuletzt aktualisiert: 07.10.2010 - 12:32Krefeld (RPO). Nach dem Finanzskandal um die 800 000-Euro-Fehlbuchung hat die Stadtverwaltung ihre angekündigte Umstrukturierung fortgesetzt. Die rückständigen Gewerbesteuer-Unterlagen in der Finanzverwaltung seien Ende des vergangenen Monats vollständig abgearbeitet worden, so Stadtdirektorin Beate Zielke.
Von den 123 Fällen, bei denen die Stadtverwaltung noch offene Forderungen hat, seien 77 ohne Aussicht auf Erfolg. 35 Fälle würden auf Wiedervorlage gelegt, in elf weiteren Fällen werde momentan weiter ermittelt.
Gemäß des Ratsbeschlusses berichtet die Verwaltung nun regelmäßig über die umgesetzten Maßnahmen im Bereich "Steuern und Abgaben". Eine der Neuerungen: Im Fachbereich wurde eine Kollegen-Vertretung eingeführt. Damit soll künftig gesichert sein, dass E-Mails bei Abwesenheit von Mitarbeitern an Kollegen weitergeleitet werden. Briefe sollen künftig ungeöffnet an die zuständigen Abteilungen weitergeleitet werden. Zudem ist für Anfang nächsten Jahres die Einführung eines SAP-Systems für die Finanzbuchhaltung geplant. Die zuständigen Mitarbeiter werden in den kommenden Monaten im Umgang mit dem Programm geschult.
Anderthalb neue Planstellen
Auch beim Personal gibt es Veränderungen: Im Sekretariat von Fachbereichsleiter Peter Mertens soll der Arbeitsaufwand zugunsten der Steuerabteilung um die Hälfte reduziert werden. Anderthalb neue Planstellen in der Steuerabteilung mit momentan vier Stellen sollen helfen, Arbeitsabläufe zu verbessern.
Weitere Änderungen: Die Sicherheitsmaßnahmen im Bereich Kasse werden intensiviert werden, zudem soll über den Einsatz von Checklisten dafür gesorgt werden, dass beim Eintreiben von Geldern in allen Abteilungen die gleichen Maßstäbe eingehalten werden. Momentan sei es Regel, dass die Fachbereiche selbst entscheiden, ob sie ausstehende Gebühren erlassen oder stunden. "Das Ziel muss sein, für jeden Schuldner ein Konto zu errichten", sagt Fachbereichsleiter Peter Mertens.
Auf eine andere Einnahmequelle verzichtet die Stadt künftig: Die Jagdsteuer, die der Stadtkasse jährlich 15 000 Euro einbringt, soll sukzessive gesenkt werden. Damit setzt die Stadt Krefeld eine Richtlinie des Landes um.
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