Krefeld: Fehlbuchung: Gutachten kosten 200 000 Euro
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 08.11.2010Krefeld (RPO). Die Gutachten rund um die Fehlbuchung über 800 000 Euro haben die Stadt Krefeld bislang zwischen 150 000 und 200 000 Euro gekostet. Dies sagte Oberbürgermeister Gregor Kathstede beim Talkabend "Zug um Zug" im Gespräch mit Moderator Jochen Butz.
Rat und Stadt haben bislang im Wesentlichen zwei Gutachten zur Aufklärung der irrtümlichen Überweisung von 800 000 Euro an eine kurz darauf insolvent gegangene Firma in Auftrag gegeben: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von "thp treuhandpartner" hat die Organisation im Finanzwesen der Stadt untersucht; die Kölner Anwaltskanzlei Lenz und Johlen hat mögliche rechtliche Konsequenzen der Fehlbuchung begutachtet.
Das wie viele Kommunen von Millionen-Schulden geplagte Krefeld wird wohl voraussichtlich erst im März mit einem neuen Kämmerer rechnen können. Dies erklärte Kathstede am Rande der Veranstaltung unserer Zeitung. Eigentlich sollte Dormagens Kämmerer Ulrich Cyprian am vergangenen Donnerstag im Rat zum neuen Krefelder Kämmerer gewählt werden – und zwar mindestens mit den Stimmen von CDU und Grünen; UWG und FDP hatten auch Zustimmung signalisiert.
Der Einwand der SPD, dass die Ratsmitglieder nicht ausreichend über das Feld der Bewerber informiert worden seien, stoppte die Wahl. Um eine Klage zu vermeiden, wolle die Stadt nun erst allen Ratsmitgliedern brieflich die Möglichkeit anbieten, sich auf Wunsch über alle Bewerber in anonymisierter Form zu informieren, erläuterte Kathstede. Die Wahl des Kämmerers werde dadurch später erfolgen, so dass Cyprian seinen Dienst in Krefeld vermutlich erst im März antreten könne.
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