Krefeld: Fehlbuchung: Wirbel um Stadtdirektorin
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Krefeld (RPO). Dass es in der Krefelder Verwaltung bei Buchungsvorgängen zu Fehlern kommen kann, hat der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Hahnen persönlich erfahren. Nach einem Unfall mit seinem Dienstwagen reichte er die Werkstattrechnung bei der Stadt ein, anschließend erstattete ihm die Stadtkasse die rund 1600 Euro – fälschlicherweise gleich zweimal.
Am 10. Juni wurden Hahnens Konto 1600 Euro zu viel gutgeschrieben. "Als ich wenige Tage später einen Kontoauszug zog, habe ich den Fehler bemerkt", so Hahnen. Am 16. Juni überwies der Ratspolitiker der Stadtkasse die zu viel gezahlten 1600 Euro zurück.
"Fehler können passieren", sagt Hahnen. "Was mich allerdings auf die Palme gebracht hat, ist das Verhalten der Stadtdirektorin." Beate Zielke rief ihn einen Tag vor der jüngsten Ratssitzung an, in der die Verwaltung sämtliche Fehlbuchungen den Politikern vorstellen sollte. "Frau Zielke sagte mir, dass sie gerade an der Vorlage sitze und fragte mich: ,Möchten Sie, dass auch diese Fehlbuchung aufgeführt wird, oder sollen wir die weglassen?'" Hahnen erklärte, für ihn gehöre die Fehlbuchung mit auf die Liste.
Sollen wir den Fall nennen?
Zielke bestätigte gestern auf Anfrage unserer Zeitung: "Ja – ich habe Herrn Hahnen angerufen." Sie habe Kenntnis von der Doppelüberweisung seines Kasko-Schadens erhalten. "Diese Sache hatte gar nichts mit dem bekannten Vorgang der Gewerbesteuerüberzahlung zu tun. Gleichwohl wollte ich ihn in die Ratsvorlage aufnehmen, um jede Fehlbuchung vollständig abzubilden." Da es sich um ein Ratsmitglied handelte, das betroffen war, habe sie Hahnen darüber vorab informiert.
Zielke räumte ein: "Ich habe weiter mit ihm erörtert, ob dieser Sachverhalt überhaupt in dem Zusammenhang genannt werden sollte." Da es aber auch die Stadtkasse betraf, sei sie, wie Hahnen, der Auffassung gewesen, dass auch diese Fehlbuchung in der Vorlage aufgeführt werden soll. Die Information von Hahnen sei ausschließlich erfolgt, weil er Ratsmitglied ist. "Ich halte es im Umgang miteinander für richtig, hier vorab zu informieren." Andere durch Fehlbuchungen begünstigte Firmen oder Personen seien von ihr nicht vorab informiert worden. "Die Vorlage enthält alle bis zu dem Zeitpunkt bekannten Fehlbuchungen", stellte Zielke klar. ",Angebote' irgendwelcher Art sind und werden niemandem gemacht." Wie konnte es überhaupt zu der Fehlbuchung kommen? Zielke: "Die Erstattung ist durch die Stadtkasse gebucht worden. Der Kontierungsbeleg ist dann noch einmal an einem anderen Beleg geheftet aufgetaucht und wurde erneut gebucht."
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