Krefeld: Feuerwehr probt den Ernstfall
VON DOMINIC GILARDONE - zuletzt aktualisiert: 16.06.2008Krefeld (RPO). Dramatische Szenen spielten sich am Wochenende in der Gemeinschaftshauptschule Hafelsstraße ab – ein Mann ist im Auto eingeklemmt, ein anderer brennt. Die Retter von der Jugendfeuerwehr sind grad mal 14 Jahre alt.
Ein Mann windet sich gequält am Boden und brüllt laut um Hilfe. Sein Körper steht in Flammen. Eine Frau läuft panisch im Rauch umher. Auch sie schreit: „Bitte, helft ihm! Sonst verbrennt er noch.“ Löschzug und Rettungswagen der Feuerwehr sind schon da. Feuerwehrleute springen aus ihren Fahrzeugen und eilen den Verletzten zu Hilfe.
Die Szenen, die sich am Samstagmittag an der Gemeinschaftshauptschule Hafelsstraße abspielten, waren dramatisch – und zum Glück nur gestellt. Denn am Wochenende führte die Jugendfeuerwehr Fischeln in dritter Auflage einen „Berufsfeuerwehrtag“ durch. 24 Stunden lang erfuhren 14 Jungen und ein Mädchen hautnah, was es heißt, Berufsfeuerwehrmann zu sein. Das Team um Stuntman Christian Hebenstreit sorgte mit Schminke, Pyrotechnik und dramatischem Schauspiel für die nötige Authentizität.
Maurice Andree und Christopher Wißmanns, beide 14 Jahre alt, sind zwei der Jungfeuerwehrmänner aus Fischeln. Der Tag begann für sie um halb acht auf der Wache an der Kölner Straße. Nach der simulierten Wachabnahme gab es erstmal Frühstück, danach Unterricht in Atemschutztechnik. „Gegen Ende der Theorie kam dann der erste Einsatz“, erzählt Christopher, „zwei Personen, eingeklemmt in einem brennenden Wagen. Maurice hat gelöscht und ich sichergestellt, dass ihm nichts passiert.“
Nach getaner Arbeit stärkten sich dann alle auf der Wache bei gemeinsamem Mittagessen. Um halb vier ging die Meldung vom Schulbrand in der Hafelsstraße ein. „Nein, Angst hatten wir nicht“, versicherten Maurice und Christopher nach dem Einsatz. Schließlich seien sie durch die 14-täglichen Übungszeiten auf alles gut vorbereitet gewesen. Maurice gab aber zu: „Gut, dass es eben doch nur eine Übung war.“
Beim gemeinsamen Grillen am Abend hatte Hauptfeuerwehrmann Dirk Lindecken allen Grund seine Schützlinge zu loben: „Ihr habt heute Vorbildliches geleistet.“ Doch auch spät in der Nacht musste die Jugend noch einmal abrücken. Ein Großeinsatz mit explodierenden Fässern auf dem THW-Gelände an der Siempelkampstraße forderte allen die letzten Kräfte ab – ebenfalls ein Probeeinsatz.
Auch wenn beide beruflich in eine andere Richtung gehen werden – Maurice will Richter werden, Christopher weiß es noch nicht – wollen sie der Feuerwehr treu bleiben: „Später gehen wir zur Freiwilligen Feuerwehr der Erwachsenen“, das steht für Christopher und Maurice auch nach einer harten 24-Stunden-Schicht noch immer fest.
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