Krefeld: Feuerwehrleute müssen Extraschichten leisten
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 05.01.2007Krefeld (RPO). Die rund 200 Mitarbeiter der Krefelder Feuerwehr leisten seit Jahresbeginn freiwillig Mehrarbeit – „außerhalb jeder gesetzlichen Regelung“, wie Horst Prass vom Personalrat erklärt. Nur so könnten die Feuerwehrleute die Sicherheit für Krefeld gewährleisten.
Hintergrund: Seit Jahresbeginn ist eine neue EU-Verordung in Kraft, die die Wochenarbeitszeit der Feuerwehrleute von bislang 54 Arbeitsstunden auf nur mehr 48 begrenzt. „Rein rechnerisch fehlen uns in Krefeld auf einen Schlag 30 hauptamtliche Feuerwehrleute“, erklärt Stadtdirektorin Beate Zielke. Sie hat deshalb die Mehrarbeit angeordnet – auf freiwilliger Basis. „100 Prozent der Feuerwehrleute haben zugestimmt“, erklärt Prass. Für sie lohnt sich die Mehrarbeit auch finanziell, denn jede Extraschicht wird den Einsatzkräften mit 20 Euro brutto zusätzlich vergütet. Anders als beispielsweise in Hamburg, wo die Feuerwehrwagen mit einem Mann weniger an Bord ausrücken, bleiben die Krefelder „vollzählig“.
Dabei bewegt sich die Stadt Krefeld rechtlich auf dünnem Eis: Denn die „Verordnung über die Arbeitszeit der Beamtinnen und Beamten des feuerwehrtechnischen Dienstes im Lande Nordrhein-Westfalen“ erlaubt eigentlich keine Extra-Vergütung. Und die Mehrarbeit darf nur für kurze Zeit angeordnet werden. Prass hat mit der Regelung ohnehin „Bauchschmerzen“. „Die Arbeitszeit ist eigentlich nicht mehr rechtens. Andererseits ist es die einfachste und preiswerteste Lösung für Krefeld.“ Pro Jahr fallen für die Zusatzschichten rund 400 000 Euro an. Würde die Stadt 30 hauptamtliche Feuerwehrleute mehr beschäftigten, würde das rund 1,2 Millionen Euro jährlich kosten. Jetzt wartet die Stadt aufs Land. Das soll die Mehrarbeit – und ihre Bezahlung – in die Verordnung aufnehmen.
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