Krefeld: Feuerzeug und Wunderkerze für ABBA
VON HANS DIETER PESCHKEN - zuletzt aktualisiert: 18.01.2008Krefeld (RPO). Das glitzert und leuchtet, bunte Scheinwerfer lassen ihr Licht durch die Halle kreisen, und auf der riesig großen gebogenen Bühnenwand wechseln die Farben so rasant wie prächtig. „ABBA – The Show“ nennt sich das Spektakel, zu dem 3100 Zuschauer in den „Königpalast“ gekommen sind. Ein „Tribut an die Erfinder der Popkultur“ ist versprochen worden, denn tatsächlich gibt es „ABBA“ ja seit 1982 nicht mehr. Aber diese Cover-Show bemüht sich aufwändig, dem Original nahe zu kommen.
Katja und Camilla stehen vorne, sind gekleidet und singen wie ehemals Agnetha und Anni-Frid, „Take a Chance on me“ ist ihr Einstieg, und schon klatschen und schwingen die Fans im Publikum mit. Das National Symphony Orchestra of London – zehn Streicher gehören zu den 15 Musikern – unter Matthew Freeman, der auch ein wenig moderiert, steht im Hintergrund. Man hat aber mehr mit rhythmischer Körperbewegung denn mit Musizieren zu tun. Ein weißer Flügel steht auf der Bühne, und eine Band ist auch noch da, sie heißt „Waterloo“ und wird solistisch verstärkt durch die Ex-ABBA-Musiker Ulf Anderson (Saxophon) und Janne Schaffer (Gitarre). Und dann ertönen sie, im vollen Schmuse-Sound: „I do, I do“ und „Mamma Mia“, auch natürlich „Fernando“, bei dem ja irgendwas in der Luft liegt, und das Publikum mitsingen muss. Kann auch fast jeder, denn diese Ohrwürmer mit dem massenkompatiblen Hippie-Feeling sind zu schön, als dass sie je vergessen werden. „SOS“ gehört dazu, wie „Knowing me, Knowing you.“
Fast so häufig wie das Licht sich ändert, wechseln die Sängerinnen ihre Garderobe, zwischendurch, wenn es ums „hoch Fliegen“ geht, weht die Windmaschine. Bei „Money, Money“ wird Goldflitter in die Halle geschossen, später auch noch mal silbriges Zeug. Zu „Dancing Queen“ steht das Publikum auf, sogar Feuerzeuge und Wunderkerzen schwenkt man vereinzelt. Ganz sentimental wird es, als zu „I Have a Dream“ die Grundschulkinder vom Buscher Holzweg auf die Bühne marschieren und den Refrain mitsingen. „The winner takes it all“ und „Gimme! Gimme!” kommt gut an, „Voulez Vous” und „Super Trooper” ebenfalls.
„Waterloo“ ist schon eine Zugabe, die beiden Mädels haben sich dazu extra wie ihre Vorbilder herausgeputzt und alle geben noch mal ihr Bestes. „Thank you für the Music“ markiert um 22.30 Uhr das Ende, auch hierzu dürfen die Traarer Grundschüler noch mal mit auf die Bühne.
Eine über zweistündige opulente optische Orgie und eine akustische Wundertüte volltönender Leckerli – mehr geht nicht rein in den Zuhörerkopf, und fast kaum wieder raus.
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