Krefeld: Formensprache des Ostwalls
VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 03.04.2008Krefeld (RPO). Der Planungsausschuss beschloss gestern mehrheitlich den Ausbau des Ostwalls mit zwei Fahrspuren. Zum Teil umgebaute Querungen sollen Zufahrt und Abfluss des Verkehrs in die City und zurück erleichtern.
Gegen die Stimmen von SPD und Grünen beschloss der Planungsausschuss gestern, den Ausbau der östlichen Ostwallseite – in Anlehnung an den der Westseite – vorzuziehen, und den gesamten Bauablauf so um ein Jahr zu reduzieren. Demnach schließt sich dem Ausbau der Ostseite zwischen Hansa- und Neuer Linner Straße (in den Sommerferien) der Umbau der östlichen Rheinstraße, dann der Umbau des Umsteigebereichs UdU (2010) und schließlich der Umbau des Bahnhofsvorplatzes an.
Nach intensiver Beratung der Ausgestaltung des westlichen Gehwegseite, so die Verwaltung, sei es nur folgerichtig, die östliche Gehwegseite in gleicher Formensprache – niveaugleicher Ausbau von Hauswand bis zum Grünstreifen-Bordstein mit Krefelder Platte – auszubauen. Die Möblierungselemente sollen möglichst der Formensprache des geplanten, modernen Großdachs im Bereich UdU angepasst werden.
Projekt „Rheinblick“
„Erfreut“ nahmen alle Fraktionen das Ergebnis des Gutachtens zur Verträglichkeit des Projekts „Rheinblick“ mit dem benachbarten Chempark zur Kenntnis. Das Gutachten des TÜV Nord hat ergeben, dass das Projekt in Bezug auf Störfallgesichtspunkte nicht in Frage zu stellen sei.
Weitere Gutachten zu Emissionen sind derzeit in Arbeit.
Thema Durchgangsverkehr
„Bei 10 000 Fahrzeugen pro Tag und Richtung ist eine vernünftige Gestaltung des Ostwalls nicht hinzubekommen“, sagte Jürgen Hengst (SPD) im Hinblick auf den seiner Meinung nach unzureichenden Ausschluss des Durchgangsverkehrs. Seine Partei bevorzugt weiterhin den einspurigen Ausbau sowie die Schließung des Bereichs UdU für den motorisierten Individualverkehr.
Für die Grünen merkte Rolf Rundmund an, dass der Durchgangsverkehr auf zwei gut ausgebauten Spuren eher zunehmen werde. Gleichwohl seien die Grünen für zwei Spuren, wobei eine jedoch ausschließlich Bussen und Bahnen vorbehalten werden sollte, um so den ÖPNV zu stärken und Fördermittel beantragen zu können. Tiefbauamtsleiter Hartmut Könner erklärte, dass für einen Antrag auf Förderung eine eigenständige, höher gelegte ÖPNV-Spur notwendig sei.
In diesem Sinne hatte Baudezernent Thomas Visser zuvor auch eine entsprechende Frage der FDP beantwortet. Darüber hinaus teilte er den Liberalen auf deren Anfrage mit, dass der Altersunterschied der Bäume bei rund 130 Jahren liege und eventuell abgängige Exemplare, ein Stück nach innen gerückt, ersetzt würden.
Jürgen Wettingfeld (CDU) sprach von einem Kompromiss zwischen Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit. Dazu trügen auch die Entscheidungen für die Ostwallquerungen bei: Während es an der Marktstraße bei der bestehenden Regelung bleibt, wird an der Dreikönigenstraße künftig auch die Möglichkeit zur West-Ost-Querung mit Abbiegen nach Norden eröffnet. Die Querung an der Stephanstraße wird geschlossen; an der Kreuzung Ostwall/Südwall wird die Schwertstraße als Einbahnstraße in Fahrtrichtung Osten „umgedreht“.
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