Krefeld: Fraktionen wütend: Keine Infos zu Luximo-Plänen
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 17.07.2008Krefeld (RPO). Die Pläne des Schweizer Investors Luximo für die Werkkunstschule und die Ostwall-Passage zu bewerten, fällt den Fraktionen schwer. Sie kennen sie nämlich noch nicht.
„Ich habe davon in der Rheinischen Post gelesen“, sagt Dr. Günther Porst, Beisitzer der Liberalen – eine offizielle Vorstellung der Pläne für die Fraktionen gab es nicht. „Insofern muss man sehen, ob das akzeptabel ist.“ Ärgerlich findet Porst dieses Vorgehen. „Aber natürlich legen wir Wert darauf, dass gehandelt wird. Es kann nicht sein, dass, nur weil ein Partner den Vertrag nicht einhält, Stillstand besteht.“
Luximo hatte am Dienstag erklärt, eine kleinere Passage zwischen Ostwall und Petersstraße zu bauen und die Werkkunstschule von Künstler Will Cassel bemalen lassen zu wollen.
Wilfrid Fabel, Fraktionsvorsitzender der CDU, fordert von der Verwaltung, von Luximo verbindliche Erklärungen zu verlangen. Auch seine Fraktion erfuhr aus der Zeitung von dem Projekt. „Zeitgleich hat Luximo an den Oberbürgermeister geschrieben. Dieses Schreiben hat er uns zur Verfügung gestellt.“ Allerdings: „Darin fehlen verbindliche Zeitangaben, wann Luximo einen Bauantrag stellen oder mit dem Bau beginnen will.“ Wenn Luximo ausführe, was die Schweizer Gruppe der Presse vorgestellt habe, dann „haben sie ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. Ob kleine oder große Lösung – darauf kommt es dann nicht an“, meint Fabel. Frühere Pläne von Luximo hatten ein großes Einkaufszentrum vorgesehen. Zum Plan, die Werkkunstschule von Will Cassel gestalten zu lassen, sagte Fabel: „Mit Anmalen alleine ist es da nicht getan. Die Frage ist doch, welche Nutzung man nachher hat.“
Die Krefelder SPD sagt: „Wir wollen die Ostwall-Passage, wir wollen eine sanierte Werkkunstschule, aber nicht um jeden Preis. Wir wollen auf gar keinen Fall, dass der Krefelder Künstler Will Cassel das Feigenblatt wird, das den Blick auf Lösungen verstellt, die unserer Innenstadt nicht gerecht werden“, so Fraktionschef Ulrich Hahnen. Die SPD werde die Vorlage prüfen, „ob sie den Interessen der Stadt Krefeld entsprechen“. Dazu müsste die Fraktion sie aber erst bekommen.
Stefani Mälzer, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sieht die Verwaltung in der Bringschuld. „Wir erwarten, dass wir schnellstmöglich eine detaillierte Planung vorgelegt bekommen. Erst dann können wir das bewerten.“ Dass Luximo eine kleine Lösung anstrebt, begrüßen die Grünen. „Luximo scheint gerade noch rechtzeitig zur Besinnung gekommen zu sein.“ Allerdings erscheine den Grünen die Planung „etwas aus der Hüfte geschossen“.
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