Krefeld: Für Industrie: DGB und IHK verbünden sich
zuletzt aktualisiert: 23.07.2010Krefeld (RPO). Eigentlich haben sie verschiedene Interessen. Die Gewerkschaften setzen sich für die Arbeitnehmer ein, die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Unternehmerschaft Niederrhein haben die Belange der Arbeitgeber im Auge. Gestern trafen sich Vertreter der Institutionen in Krefeld, um sich zu verbünden. "Zukunft durch Industrie" ist der Arbeitstitel einer Gemeinschaftsaktion, zu der sich Industrieunternehmen und Gewerkschaften, Unternehmerschaft und IHK zusammenschließen wollen, um das Image und die Akzeptanz industrieller Produktion in der Region zu fördern. Bei einem ersten Treffen in den Räumen der IHK Mittlerer Niederrhein machten Unternehmens- und Verbandssprecher ebenso wie Vertreter von Gewerkschaften und Betriebsräten eine Bestandsaufnahme: Industriebetriebe haben in der heutigen Gesellschaft einen zunehmenden Erklärungsbedarf gegenüber der Öffentlichkeit.
Anlass für die Gemeinschaftsaktion ist die Sorge um wachsende Widerstände gegen Infrastrukturprojekte, Produktionsanlagen oder neue Kraftwerke. "Diese Skepsis gegenüber industriellen Lösungen macht uns Sorge", erklärt Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. "In Krefeld arbeitet ein Drittel aller Beschäftigten im produktiven Gewerbe. Unsere industriellen Produkte vom modernen Schnelltriebwagen über die CD aus Makrolon bis zur Traubenzucker-Tablette werden von allen genutzt und geschätzt, aber gleichzeitig gibt es zunehmende Vorbehalte gegen alles, was mit Industrie zu tun hat." Mit Aktionen wollen die Unternehmen Interesse und Verständnis für ihre Anliegen wecken. Ralf Köpke, DGB-Kreisvorsitzender: "Ich habe 'Zukunft durch Industrie' bei Oberbürgermeister Gregor Kathstede angeregt. Ich finde es gut, dass Gewerkschaften und Unternehmer das Thema gemeinsam aufgreifen."
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