Krefeld: Funkeln in der dritten Dimension
VON DIETRICH HENNES - zuletzt aktualisiert: 24.08.2006Krefeld (RPO). Vor elf Jahren traf Werner Reich erstmals auf Briefmarken mit Hologramm. Seitdem sammelt er die Postwertzeichen, die sich mit dem Blickwinkel verändern und räumliche Bilder erzeugen. Vor allem exotische Länder lassen diese kleinen Kunstwerke drucken.
„Seit ich 1995 auf der Druck- und Papiermesse (DRUPA) Briefmarken mit Hologramm gesehen habe, hat es mich gepackt", erinnert sich Werner Reich (64). Dem Krefelder Schriftsetzermeister, der zusammen mit seiner Ehefrau Brigitte über Jahrzehnte eine Druckerei betrieben hat, war die Holografie geläufig. Bei dieser Technik, erfunden vom gebürtigen Ungarn Dennis Gabor (1900 - 1979), werden mittels eines fotografischen Verfahrens räumliche (dreidimensionale) Bilder erzeugt, die sich je nach Blickwinkel verändern. Ein Hologramm kann übrigens jeder, der einen Geldschein in der Tasche hat, auf der Banknote erkennen.
Inzwischen ein Spezialist
Holografische Marken
Erste Hologramm-Marken erschienen 1988 in Österreich mit einer Auflage von über drei Millionen.
Deutsche Briefmarken mit Hologramm: Kosmos-Satz von 1999, Michel-Briefmarkenkatalog Nr. 2080 - 2081.
Holografie auf Briefmarken war Reich bis dahin fremd. Inzwischen hat er sich auf diesem Gebiet zum Spezialisten entwickelt und eine Sammlung zusammengetragen, die ihresgleichen sucht. „Literatur, Kataloge und anderes gab es so gut wie gar nicht", sagt Reich, selbst in unserer Sammlergilde „Heinrich von Stephan" interessiert sich außer mir keiner dafür." So habe er sich sein Wissen selber erarbeiten müssen.
Schon bald fand er heraus, dass Österreich weltweit das erste Land war, das eine Briefmarke mit Hologramm an die Postschalter brachte. Die 8-Schilling-Marke wirbt für den Export des Alpenlandes und erschien am 18. Oktober 1988 in einer Auflage von 3 040 000 Exemplaren. Knapp elf Jahre später, am 14. Oktober 1999, zog Deutschland nach. Zugunsten der Wohlfahrtspflege gelangte der Kosmos-Satz in den Verkauf. Die Werte zu 110 Pfennig mit Zuschlag (Kometenkollision mit Jupiter) und zu 300 Pfennig mit Zuschlag (Gesamthimmel im Gammalicht) tragen die funkelnden Hologramme. Weitere Frankaturen sind bisher in der Bundesrepublik nicht erschienen.
„Inzwischen gibt es rund 60 Länder, deren Postverwaltungen Wertzeichen mit Hologrammen drucken oder drucken lassen", weiß Werner Reich. Hierzu gehören etwa Australien, Brasilien, die Isle of Man, Tonga, „Exoten und konventionelle Staaten", so der Philatelist. Dabei lässt er es nicht bei nur einer Marke der jeweiligen Ausgabe bewenden. Viererblocks auf Ganzsachen, Ersttags-, Einschreibe- und Wertebriefe mit den begehrten Hologrammmarken finden sich in großer Zahl in Reichs Alben. Marken und Belege sind auch nicht einfach in Einsteckbüchern untergebracht. Werner Reich kann sie auf Albumblättern präsentieren, die er als Schriftsetzer kunstvoll gestaltet hat. Texte geben Auskunft über die Länder und ihre Geschichte. „So trete ich oft mit den kleinen grafischen Werken und ihren Hologrammen meine Reisen in die weite Welt an", freut er sich.
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