Krefeld: Ganztag: Gymnasium zieht Bilanz
VON CAROLA PUVOGEL - zuletzt aktualisiert: 02.02.2010Krefeld (RPO). Seit einem halben Schuljahr läuft am Gymnasium Horkesgath der Ganztagsbetrieb. Schulleiter Klemens Seth zieht eine erste Bilanz und freut sich, dass gestern die neue Caféteria in Betrieb genommen werden konnte.
Klemens Seth hat den Tag der Zeugniskonferenzen zum Schulhalbjahr mit so viel Spannung erwartet, wie lange nicht. Besonders interessiert war der Schulleiter des Gymnasium Horkesgath nämlich an den Ergebnissen seiner Fünftklässler. Die rund 60 Schüler sind Krefelds erste Ganztagsgymnasiasten – und seit gestern mit hauseigener Kantine. Da nämlich wurde endlich der Mensaneubau eröffnet, so dass die Ganztagsschüler ihr Mittagessen nicht mehr improvisiert in der Aula einnehmen, sondern im lichtdurchfluteten Pavillon auf dem Schulhof.
Mit Beginn des Schuljahres 09/10 führte das Gymnasium Horkesgath für die drei neuen fünften Klassen den Ganztagsbetrieb ein. "Ich kann sagen, dass unsere Erwartungen, was die Ergebnisse auf der Leistungsebene angeht, voll erfüllt wurden", sagt der Pädagoge nicht ohne Stolz. "Gerade die Noten in den Kernfächern sind sehr erfreulich, der Ganztag scheint den Schülern sehr gut zu bekommen."
Mit der Selbständigkeit und dem Sozialverhalten seiner Schüler ist Klemens Seth gleichfalls zufrieden. "Vor allem habe ich auch den Eindruck, dass die Kinder sich wohl fühlen." Und das sei wichtig, denn schließlich bleiben die Kinder an vier Tagen bis zum Nachmittag in der Schule und verbringen so einen guten Teil ihrer Freizeit dort.
Nicht nur die Schüler haben den Ganztag gut angenommen. Auch das Kollegium des Gymnasiums stellt sich den organisatorischen Herausforderungen und arbeitet daran, "zu justieren", wie der Schulleiter formuliert. "Zum Beispiel musste sich die Hausaufgabenvergabe erst einspielen. Die Schüler bekommen Wochenaufgaben, die sie in den dafür vorgesehenen Übungsstunden erledigen. Da muss das Kollegium sich natürlich sehr gut absprechen, damit es nicht zu viel oder zu wenig ist, jedes Fach aber einen ausreichenden Anteil an den Übungsstunden erhält."
Ebenfalls umdenken müssen die Eltern. "Die Schüler sind mit ihren Aufgaben fertig, wenn sie nach Hause kommen. Sie können sogar ihre gesamten Hefte und Bücher in der Schule lassen", erklärt Seth. Manche Eltern möchten aber doch gern kontrollieren, was die Kinder gearbeitet haben. So einigte man sich im Laufe des Schuljahres darauf, dass bei Bedarf am Wochenende Unterrichtsmaterialien mit nach Hause genommen werden. "Insgesamt müssen wir die Kommunikationswege zu den Eltern noch verbessern", meint Erprobungsstufenleiterin Katja Groenewald-Walter. "Und die Eltern müssen gegenüber den Lehrern und auch ihren Kindern Vertrauen entwickeln, dass in der Schule sorgfältig gearbeitet wird."
Mehr Informationen zur Schule und zum Projekt Ganztag unter www.gymnasium-horkesgath.de
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