Krefeld: Geschäftswelt begrüßt Speer-Plan für Krefeld
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 02.02.2010Krefeld (RPO). Die Krefelder Einzelhändler stehen dem Plan positiv gegenüber, den international renommierten Architekten Albert Speer als City-Planer für Krefeld zu gewinnen. Oberbürgermeister Gregor Kathstede hat ein erstes Vorgespräch mit Speer geführt.
"Es würde Krefeld sehr gut zu Gesicht stehen, sich die Fachkompetenz des Büros Professor Albert Speer & Partner zu sichern", erklärte gestern Alois Lichtenberg, Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Königstraße. Er und sein Kollege Thomas Lache appellierten dringend an den Stadtrat, keine Entscheidung über den Bau eines großen Shoppingcenters zu treffen, bevor nicht solche grundlegenden Bedarfsanalysen für Krefeld vorliegen.
Lichtenberg und Lache wiesen noch einmal auf die Dimension der Pläne des Immobilienkonzerns ECE hin, der am Ostwall, ausgehend vom Kaufhof-Gebäude, ein großes Einkaufszentrum bauen will.
In NRW stehen laut Lichtenberg etwa 20 ECE-Center mit Größen zwischen 20 000 und 30 000 Quadratmeter und einem Besatz von 85 bis 130 Fachgeschäften. In Krefeld gebe es auf der Strecke zwischen Marktstraße und Südwall inklusive Kaufhof beidseitig etwa 64 Fachgeschäfte – demnach könnte "ein solcher Straßenzug in einem Center von 25 000 Quadratmeter verschwinden."
Die IG Königstraße fordert daher vor dem Bau eines solchen Groß-Centers gründliche Analysen über die städtebaulichen Folgen, den Bedarf an neuen Geschäften und die Verträglichkeit eines Groß-Centers für den Rest der Krefelder City.
Die Zusammenarbeit mit Speer biete dazu gute Chancen, so Lichtenberg. Die Risiken, die ein Groß-Center für eine Stadt bringe, könne man am Beispiel Essen sehen, sagte er weiter. Dort würden ehemals florierende Einkaufsstraßen wie die Limbecker und die Kettwiger Straße zunehmend entwertet.
"Zurück bleibt eine von Billigläden geprägte Stadtlandschaft", so Lache, "das darf in Krefeld nicht passieren." Er und Lichtenberg appellierten eindringlich an die Krefelder Parteien, Entscheidungen nicht zu übereilen und "die Fragen der Innenstadtentwicklung überparteilich, gemeinsam zu stemmen".
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