Krefeld: Gleumes braut erstmals Pils
VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Krefeld (RPO). Ab September wird in dem Traditionshaus an der Sternstraße zum erstem Mal das eigene Untergärige ausgeschenkt.
Aus brautechnischen Gründen musste Braumeister Georg Mäurers ein Jahr lang nach der geeigneten Hefe suchen.Einen gewissen Stolz kann Georg Mäurers nicht verhehlen. Zum ersten Mal in der 113-jährigen Geschichte des Traditionshauses wird bei Gleumes Pils gebraut. Ab September, pünktlich zu Beginn der Muschelsaison, wird an der Sternstraße das laut Mäurers "offene, spritzige, herbe" Bier ausgeschenkt. Gegen Ende des Jahres soll es auch in Flaschen erhältlich sein. Damit gibt es neben dem Königshofer jetzt ein zweites Pils aus Krefeld, nachdem Rhenania und Tivoli vor Jahren und Jahrzehnten zugemacht haben.
Hefe wird extra gezüchtet
Die Entwicklung des Gleumes Pils war nicht einfach, denn in der kleinen Familienbrauerei neben und unter der Gaststätte gibt es nur je einen Gär- und Lagerraum. Deshalb können ober- und untergäriges Biere dort nur nacheinander gebraut werden. "Wenn aber ober- und untergärige Hefe im selben Raum verarbeitet werden, kann die Luft von beiden Hefen durchsetzt sein. Dann kann es zu unerwünschten Gärungsprozessen kommen, so dass kein sauberes Bier entsteht", erklärt Mäurers.
Gleumes Pils
Geschmack Offen, spritzig, herb.
Erhältlich Ab September im Brauereiausschank an der Sternstraße.
Preis 1,60 Euro im 0,25 Liter-Glas.
Besonderheit Die untergärige Hefe wird extra für Gleumes in einem Kölner Labor gezüchtet.
Aus diesem Grund musste der Braumeister eine untergärige Hefe finden, die keine Probleme bereitet und sich mit der obergärigen Hefe verträgt. Ein Jahr lang haben die Suche und die Versuche in Zusammenarbeit mit einem Kölner Speziallabor gedauert, bis diese Hefe gefunden war. Die wird nun in dem Labor exklusiv für Gleumes gezüchtet. "Zur Vorsicht werden wir dennoch zusätzlich ein Reinigungsprogramm für Bottiche, Schläuche und Filter einsetzen."
Im Februar lief der erste Brauversuch. Die ersten 40 Fässer zu je 50 Liter stehen jetzt im Lagerraum, um die Haltbarkeit zu prüfen. "Ob das Pils trüb oder blank wird, steht noch nicht fest", sagt der Braumeister, der mit dem Pils der seit Jahren steigenden Nachfrage nach dem Untergärigen gerecht werden will.
Serviert wird das Pils in Gläsern von schlanker Tulpenform, die aber noch angeschafft und bedruckt werden müssen. – Ach ja, der Preis: 0,25 Liter Gleumes Pils kosten 1,60 Euro – genauso viel wie Gleumes Lager, Gleumes Hell und Gleumes Weizen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



