Krefeld: GSAK will erneutes Winterchaos verhindern
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 17.11.2009Krefeld (RPO). Nach der massiven Kritik am Winterräumdienst rüstet die GSAK auf: Der Fuhrpark wird erweitert, Arbeiten werden an Fremdfirmen ausgegliedert. Zwei Klagen von Bürgern gegen die GSAK werden demnächst vor Gericht verhandelt.
Fünf Anwohner haben nach dem Winterchaos Anfang 2009 gegen die Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (GSAK) geklagt – zwei Verfahren kommen nach Informationen von Ulrich Gillessen, Geschäftsführer der GSAK, demnächst vor Gericht.
Drei weitere Klagen wurden abgewiesen. "Da ist noch offen, ob sich die Kläger erneut melden." Die GSAK reagiert jedenfalls jetzt schon auf die Kritik am Winterdienst – beim nächsten harten Winter wollen sie besser gerüstet sein. Gestern stellten sie das neue Maßnahmenpaket vor. Fuhrpark wird aufgerüstet Die GSAK greift tief in die Kasse. Für rund 100 000 Euro werden Geräte angeschafft.
Ein Großstreuer inklusive Räumschild (Kosten: 35 000 Euro) soll gekauft werden. Zusätzlich wurden angeschafft: fünf Räumschilde für die Großstreuer, zwei wendigere Streuer für die Innenstadt (Gillessen: "Da kamen wir mit den bisherigen Wagen nur schlecht in die engen Gassen") sowie mehrere Handgeräte für die Gehwegräumung.
Aufträge an Subunternehmen Zunächst hat die GSAK ihren Mitarbeiterstamm geprüft. Ergebnis: Subunternehmer sollen für bestimte Bereiche mit der Räumung von Schnee und Eis beauftragt werden. Gillessen: "Das betrifft höchstens fünf Prozent der gesamten Arbeiten, sorgt aber dafür, dass wir Quantität und Qualität der Arbeiten auf den wichtigen Straßen bei Extremwintern verbessern können."
Rücksprache mit Polizei
Im kommenden Winter will die GSAK enger mit der Polizei kooperieren – "die Abstimmung soll besser werden", sagt Ulrich Gillessen. Künftig sollen tagesaktuell solche Straßen, die die Polizei als besonders gefährlich erachtet, besser gestreut werden. "Wir wollen künftig schneller erfahren, wo Gefahrenschwerpunkte liegen", sagt Gillessen.
Umstrukturierung der Streustufen
Die GSAK hat die Streureviere neu verteilt. Künftig sollen insbesondere in der Innenstadt auch kleinere Gässchen besser eisfrei gehalten werden. Diese Bereiche gehören künftig ebenfalls zur Streustufe I mit oberster Priorität. Schulung der Mitarbeiter Die Mitarbeiter der GSAK wurden theoretisch und praktisch geschult, um sie besser auf extreme Winter wie den vergangenen vorzubereiten.
Gillessen betonte gestern, dass die GSAK auf normale "niederrheinische Winter" gut vorbereitet sei. Das Salzlager fasst derzeit 600 Tonnen Streusalz und Streugut. Bei ruhigen winterlichen Verhältnissen rechnt die GSAK mit 600 bis 700 Tonnen Streusalz, im Winter 2008/2009 landeten allerdings fünf Mal so viele Tonnen Streugut auf Krefelds Straßen. 850 Straßenkilometer fallen in den Verantwortungsbereich der GSAK, davon 350 Kilometer in der Prioritätsstufe I.
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