Krefeld: Gut Auric: SPD attackiert Kathstede
zuletzt aktualisiert: 20.06.2009Krefeld (RPO). Heftige Vorwürfe hat SPD-Fraktionsvize Jürgen Hengst gestern gegen Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU) geäußert: "Der Oberbürgermeister hat sein Amt missbraucht, um die politische Willensbildung zu hintergehen und einem Einzelnen Vorteile zu verschaffen." Anlass der Kritik ist der Umgang der Verwaltung mit den Wegerechten rund um Gut Auric. Der OB wehrte sich gegen die Kritik.
Um diese Wege gibt es seit Jahren Streit. Gerald Wagener, der Besitzer von Gut Auric, hatte öffentlich genutzte Wege in Weideflächen umgewandelt. Im Dezember 2007 habe der Umweltausschuss einstimmig beschlossen, den Weg von Gut Auric zu Riethbenden unter Schutz zu stellen. Dieses Verfahren hätte laut SPD ein halbes Jahr gedauert. Anschließend hätte die Stadt ein Vorkaufsrecht für die Grundstücke entlang des Weges gehabt. Zwei dieser Grundstücke wurden in 2008 verkauft – an Wagener, nicht an die Stadt. Laut SPD habe Kathstede Gut Auric zur Chefsache erklärt. Daher sei er für diese Entwicklung und die Verzögerungen verantwortlich. "Kathstede und Wagener sind politisch eng befreundet sind", sagte Hengst. Weiterer Punkt des Ärgernisses: Der Weg zu Gut Auric, die Kornaue, soll nach Kenntnissen der SPD begradigt werden, damit die großen Pferdetransporter Gut Auric leichter erreichen.
OB Kathstede wies die Vorwürfe gestern vehement zurück. "Es gibt keine Anweisung von mir, dass Gut Auric Chefsache sei. Das ist Wahlkampfklamauk der SPD." Baudezernent Thomas Visser erklärte, dass die Verwaltung dem Ausschuss regelmäßig über die Entwicklung berichtet habe. Die Verwaltung habe eine gütliche Einigung mit Wagener gesucht, da eine Unter-Schutz-Stellung leicht bis zu zwei Jahren dauern könne. Zudem habe die SPD mit ihren öffentlichen Angriffen auf Wagener dessen Bereitschaft zu einer friedlichen Einigung mit der Stadt nicht erhöht.
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