Krefeld: Gutachter: "Mann ist hoch gefährlich"
zuletzt aktualisiert: 25.10.2008Krefeld (RPO). Seit Freitag haben die Richter am Krefelder Landgericht ein genaueres Bild von der Psyche des Angeklagten Daniel G. aus Schwelm. Der 30-Jährige soll 28. Mai auf der Hafenstraße eine Frau bei dem Versuch, sie zu vergewaltigen, beinahe umgebracht haben.
G. soll die Frau mit einem Messer quer über die Kehle geschnitten haben. Ein Chirurg und eine Gerichtsmedizinerin beschrieben die Verletzungen. Das Messer sei an der linken Halsseite so tief eingedrungen, dass beinahe die Halsschlagader durchtrennt worden wäre. Der Täter wollte sein Opfer in den Greiffenhorstpark schleppen. „Entweder du kommst mit, oder du stirbst“, soll er gesagt haben.
Um die Persönlichkeit des Angeklagten besser zu verstehen, waren die Eltern und ein Bruder als Zeugen geladen. Daniel G. ist das zweitälteste von elf Kindern. Stolz erzählte seine Mutter (55), dass alle sieben „Jungen“ noch zu Hause wohnen. Daniel sei beliebt gewesen. Mit 16 hat er die Schule ohne Abschluss verlassen, seit einigen Jahren ist er Kraftfahrer.
Die Familie werde christlich geführt, erzählte der Vater. Sein Sohn habe nur sporadisch Kontakt zu Mädchen gehabt. Mit einer Russin war er kurz verlobt. Der psychiatrische Sachverständige bestätigte, dass der Angeklagte sehr zurückgezogen gelebt habe.
Da G. gesund sei, sei er auch strafrechtlich voll verantwortlich. Die Tat sei geplant gewesen und nicht aus Affekt entstanden, G. habe sadistische Neigungen und, obwohl bislang unauffällig und straffrei, sei hoch gefährlich. Am 31.10. wird das Urteil erwartet.
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