Krefeld: Händler suchen Macher
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 30.01.2009Krefeld (RPO). Krefelder sollen nicht nur nörgeln, sondern etwas für ihre Stadt tun. Das fordern Einzelhandelsverband und Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Sie planen eine Initiative, um Händler für diese Stadt zu begeistern.
Trittbrettfahrer sind für Joel Smolibowski das große Problem. "Wir haben besonders bei den Handelsketten viele Filialleiter, die sich aus allem raushalten", beklagt Smolibowski, der Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes. Weder finanziell noch mit ihrer Arbeitskraft würden sie sich an gemeinsamen Aktionen beteiligen. Ihnen fehlte das Verantwortungsgefühl für die eigene Stadt. "Die jungen Filialisten sehen ihre Arbeit in Krefeld nur als Durchgangsstation. Da interessieren die Verkaufszahlen, nicht der Standort."
Beispiele hierfür gibt es genug. Bei der Straßenmodenschau oder den Krefelder Samstagen klagen Händler immer wieder, dass sich Kollegen nicht beteiligen, aber von den Kundenströmen profitieren. Das soll sich nun ändern. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) Eckart Preen hat Smolibowski Vertreter des Einzelhandels und des Stadtmarketings an einen Tisch gebeten. In einem ersten Gespräch haben sie nun überlegt, wie sie für mehr Engagement unter Krefelds Händlern sorgen können.
"Unser Ziel ist es, Verantwortung bei denen zu wecken und in Gang zu setzen, die es angeht", sagt Smolibowski. Durch Verantwortung von Bürgern sei Krefeld groß geworden. Und es klingt ein wenig nach Obama, wenn Smolibowski sagt: "Das können wir auch." Die Stadt komme nur dann voran, wenn alle mitmachten. "Wenn sich jeder auf den anderen verlässt, kommen wir nicht weiter." Gemeinsam mit Stadtverwaltung und Politik wollen Preen und Smolibowski dazu beitragen, dass sich Krefelder wieder mehr für ihre Stadt einsetzen.
Ein zentrales Mittel hierfür sieht Smolibowski in den Immobilien-Standort-Gemeinschaften (ISG). Laut Gesetz können sich Besitzer mehrer benachbarter Immobilien zu einer ISG zusammenschließen. Sie müssen dann ihre Ziele formulieren, die von der Stadt zu einer Satzung ausgearbeitet werden. Widerspricht keiner der betroffenen Eigentümer binnen einer Frist dieser Satzung, tritt sie in Kraft. Dann sind alle Eigentümer des betreffenden Bezirks verpflichtet, an der Umsetzung der Satzung mitzuwirken. Und das bedeutet auch eine finanzielle Beteiligung.
"Die ISG ist die einzige Möglichkeit, um Verbindlichkeit herzustellen", sagt Smolibowski. Denn bisher hätte die Stadt oft das Problem, dass sich Eigentümer an Projekten nicht beteiligten, da sie dann auch in die Tasche greifen müssten.
Smolibwoskis Ziel: "Wir haben genug Leute, die nur nörgeln. Wir brauchen Bürger, die sagen, wie es weitergeht."
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