Krefeld: Hochsaison für Pollenallergiker
zuletzt aktualisiert: 11.05.2010Krefeld (RPO). Experten erwarten in den nächsten Tagen einen explosionsartigen Anstieg der Pollen. Wer allergisch reagiert, sollte es nicht auf die leichte Schulter nehmen. Heuschnupfen kann chronisches Asthma werden. 300 Pollen-Allergiker finden jährlich Hilfe in der Dermatologie des Helios Klinikums.
Die Klinik
Allergien Die Dermatologische Klinik am Helios Klinikum Krefeld weist seit vielen Jahren einen anerkannten "Schwerpunkt Allergologie" aus.
Versorgung Unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. Chalid Assaf versorgt die Abteilung jährlich etwa 200 stationäre und rund 500 ambulante Allergie-Patienten. Ein Großteil davon sind Pollenallergiker.
Birkenpollen zählen zu den Hauptauslösern von Heuschnupfen und Asthma. In diesem Jahr rechnen Experten mit einem stark erhöhten Birkenpollenflug. Der ist alle zwei Jahre die Regel. Dann beginnt für mehr als 12 Millionen Heuschnupfen-Geplagte in Deutschland die Leidenszeit mit Fließschnupfen, geröteten Augen, starkem Juckreiz, angeschwollenen Schleimhäuten, häufigem Niesen und Atemnot. Rund 300 von ihnen verhilft Dr. Frank Hessler, Oberarzt an der Klinik für Dermatologie am Helios Klinikum jährlich zu einem unbeschwerten Start in die blühende Jahreszeit – durch vorbeugende Maßnahmen und eine gründliche Abklärung der Auslöser.
"Heuschnupfen sollten Betroffene nicht auf die leichte Schulter nehmen", sagt der Allergologe. Pollenallergiker, die länger als ein paar Tage unter Heuschnupfensymptomen und Atemwegsbeschwerden leiden, sollten sich besonders vorsehen. Denn unbehandelt kann eine Pollenallergie neben Augen und Nase auch die tieferen Atemwege in Mitleidenschaft ziehen und in chronisches Asthma bronchiale übergehen. Experten sprechen von einem "Etagenwechsel".
"Durch eine frühzeitige Gewöhnung des Immunsystems an die krankheitsauslösende Allergie-Substanz erreichen wir bei gut 80 Prozent unserer Patienten eine Beschwerdefreiheit oder zumindest eine deutliche Linderung der lästigen Symptome", sagt Hessler. Er rechnet in Kürze mit einem explosionsartigen Anstieg der Pollenkonzentration.
Eine ursächliche Behandlung der übersteigerten Reaktion des Immunsystems ist die Hyposensibilisierung. Bei der Therapie wird der Organismus schrittweise an die allergieauslösenden Pollen gewöhnt und lernt sie zu tolerieren. das braucht Zeit. "Eine solche Immuntherapie muss über mindestens drei Jahre durchgeführt werden, wobei heute auch Kurzbehandlungen zur Verfügung stehen, die nur wenige Spritzen pro Jahr erforderlich machen", erklärt Dermatologe Hessler.
Üblicherweise erhalten Betroffene während der Winterzeit vier Injektionen in jeweils wöchentlichen Abständen. Diese Injektionen schützen Allergiker auch vor der Neuentstehung anderer, so genannter Kreuzallergien sowie dem gefürchteten Etagenwechsel als Folgeerkrankung.
Pollenallergikern, die es versäumt haben, sich rechtzeitig immunisieren zu lassen, geben moderne Antiallergika Hoffnung auf schnelle Hilfe: "Die neuere Generation der Antihistaminika ist gut verträglich und praktisch nebenwirkungsfrei. Betroffene sollten allerdings rechtzeitig mit der Einnahme beginnen und nicht erst warten, bis das Vollbild der Symptome schon vorhanden ist", empfiehlt der Krefelder Allergologe. "Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Klimaerwärmung bei vielen Pflanzen zu einer deutlich früheren, pollenreicheren und um etwa 14 Tage verlängerten Blühphase geführt hat", sagt Hessler.
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