Krefeld: Hochschule: 500 Studenten mehr
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 - 10:15Krefeld (RPO). Ab 2013 werden rund 500 neue Studenten erwartet. Deshalb wird ausgebaut: 6000 Quadratmeter sollen in Modulbauweise entstehen. Langfristig könnte Teile der Hochschule auch in die City ziehen.
Durch den doppelten Abiturjahrgang wird es nach Erwartungen des neuen Präsidiums zu einem Studentenboom an der Hochschule Niederrhein (HN) am Standort Krefeld kommen. Erstmals seit Einführung des Turbo-Abiturs verlassen im Jahr 2013 zwei Abiturklassen die Schulen.
Mit bis zu 500 Studenten mehr rechnet der designierte Präsident, Professor Dr. Hans-Hennig von Grünberg. Das sind zehn Prozent der derzeitigen Studenten in Krefeld. Ein Großteil werde an den Standort Krefeld kommen: "Auf diesen Ansturm wollen wir vorbereitet sein." Grünberg plant deshalb den Ausbau auf einem Teil des Kleingartengeländes Süd. Diese Gebäude sollen langfristig dazu dienen, die bestehende Überlast zu kompensieren.
Hochschule
Studenten gesamt 10 300, davon etwa 2000 Erstsemester
Entwicklung der HN in Krefeld
WS 03/04: 3980 WS 04/05: 3995 WS 05/06: 4210 WS 06/07: 4335 WS 07/08: 4469 WS 08/09: 4678
Fächer In Krefeld gibt es die Fachbereiche Chemie, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen.
Pinkwart garantiert Studienplätze
Schon jetzt hat die HN als fünftgrößte Fachhochschule Deutschlands und zweitgrößte in NRW (größer ist nur Köln) eine Auslastung von 147 Prozent. Vom Land gab es deshalb das Versprechen eines Zuschusses: Wie viel Geld Krefeld bekommt, ist noch unklar. Doch die Hochschule Niederrhein kann einen kräftigen Zuschuss erwarten. In ganz Nordrhein-Westfalen will Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) 1,8 Milliarden Euro für Personal, Ausstattung und neue Räumlichkeiten bereitstellen.
3500 neue Professoren werden neu eingestellt. Pinkwarts Versprechen: "Jeder, der studieren will und kann, soll sich auch 2013 einschreiben können – nach Möglichkeit im Fach und an der Uni seiner Wahl." Die Hochschule in Krefeld soll ausgebaut werden: Auf dem Gelände des Kleingartenvereins soll ein Gebäudekomplex mit 6000 Quadratmeter Fläche neu entstehen, verteilt auf vier Geschosse. Grünberg will eine zusätzliche Erweiterung in den Folgejahren nicht ausschließen. "Wir werden weiter wachsen müssen." Die Politik ist auf diese Entwicklung schon vorbereitet: In Gesprächen mit der CDU-Fraktion hatten Präsident Grünberg und Vizekanzler Kurt Kühr vor wenigen Tagen auf die Ausbaupläne hingewiesen.
Die Erweiterung der Raumkapazitäten ist nach Meinung des neuen Führungsduos auch ein Motor für den Wirtschaftsstandort Krefeld: 50 bis 60 Arbeitsplätze sollen entstehen. Zudem würden viele weitere Studenten nach Krefeld ziehen. Kühr: "Wir rechnen mit 30 bis 40 Prozent, die tatsächlich in Krefeld wohnen." Jeder dieser Studenten würde nach einer Statistik pro Monat 900 Euro in Krefeld ausgeben. "Es sind schon jetzt mehr Studenten in der City, als man denkt."
Langfristig existieren an der Hochschule zudem Denkmodelle, wie sich die Hochschule in der Krefelder City besser präsentieren kann. Vizepräsident Kühr sagt: "Wir denken darüber nach, auf lange Sicht einzelne Teile der HN in die Innenstadt auszulagern." Rudolf Haupt, Pressesprecher der HN, liebäugelt etwa mit einem Hochschulmuseum mitten in der Innenstadt. Auch eine ständige Dependance in der Krefelder City hält er für möglich.
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