Krefeld: IHK-Verkehrsstudie für Krefeld
zuletzt aktualisiert: 12.01.2011Krefeld (RPO). Eine neue Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) geht von einem wachsenden Pendelverkehr zwischen Krefeld und dem Umland aus. Die IHK fordert deshalb den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.
Für den Niederrhein zeigen sich in der Studie starke Pendlerverflechtungen zwischen dem Kreis Viersen und dem Oberzentrum Krefeld, zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und dem Oberzentrum Mönchengladbach sowie zwischen Krefeld und Düsseldorf. Diese Pendlerverkehre müssen auf demselben Straßennetz abgewickelt werden, das der stark steigende Gütertransit nutzt. Bis 2025 wird beim Güterverkehr mit einer Zunahme von 129 Prozent gerechnet.
Verkehrsnetz weiter ausbauen"
"Wenn unsere Innenstädte erreichbar bleiben sollen, muss das überregionale Verkehrsnetz weiter ausgebaut werden", erklärt Wolfgang Stromps, Vizepräsident der IHK Mittlerer Niederrhein. Dies bedeute den sechsspurigen Ausbau der A 57, insbesondere in Krefeld, den weiteren sechsspurigen Ausbau der A 52 sowie der A 61 und die Optimierung der B 288.
Vorschläge der IHK sind ein dynamisches, systemübergreifendes Verkehrsmanagement, ähnlich der bereits praktizierten Verkehrslenkung auf Autobahnen. Dies könne dazu beitragen, die vorhandene städtische Straßeninfrastruktur besser zu nutzen und den Verkehr flüssiger zu gestalten. Innerstädtische Verkehrsleitsysteme sollten selbstverständlicher Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur werden. Lieferverkehre können mit Hilfe dynamischer Routenführung umweltfreundlicher und schneller abgewickelt werden. Außerdem sollten nach Meinung der IHK die werktäglichen Verkehrsspitzen mit einem zeitlich versetzten Schulbeginn und mit Hilfe flexibler Arbeitszeitmodelle entzerrt werden. Dadurch verteilen sich ÖPNV- und Auto-Pendler über einen längeren Zeitraum, die Infrastruktur wird im Schnitt gleichmäßiger ausgelastet.
Stadt- und Verkehrsplanung müssen stärker miteinander verzahnt werden, da die Siedlungsstruktur das Verkehrsaufkommen beeinflusst und die Verkehrsinfrastruktur die Standortwahl von Unternehmen und Haushalten. "Darum müssen die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit möglichst konzentriert werden", erklärt Bernd Neffgen, Geschäftsführer Standortpolitik bei der IHK Mittlerer Niederrhein. "Die Mischung von Nutzungen findet aber dort seine Grenzen, wo die Bedürfnisse des einen den anderen stören." Darum sollen Standorte für Gewerbe, Industrie und Logistik vorrangig fernab von Wohnsiedlungen und entlang den Verkehrsachsen ausgewiesen werden, da so Nutzungskonflikte vermieden und der Wegeaufwand für den Wirtschaftsverkehr reduziert werden kann. Im Bereich des Niederrheins wäre dies etwa die Umsetzung eines interkommunalen Gewerbegebietes entlang der A 44 zwischen Krefeld, Meerbusch und Willich.
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